Was ist in Tampons drin? Materialien, Plastik und Rückstände sachlich erklärt
Die Frage, was ist in Tampons drin, klingt simpel - aber auf der Packung steht erstaunlich wenig. Tampons sind in vielen Bädern selbstverständlich, und kaum jemand schaut nach, woraus sie eigentlich bestehen. Dabei lohnt sich der genaue Blick: Es geht um Viskose und Baumwolle, einen kleinen Plastikanteil, die Bleiche und mögliche Rückstände. In diesem Beitrag erklären wir ruhig und ohne Panikmache, was wirklich drinsteckt, was an Bedenken dran ist und was nicht.
Lesedauer: 17 Minuten
1. Kurz erklärt: Was steckt wirklich in einem Tampon?
Die meisten Tampons bestehen aus Viskose, Baumwolle oder einer Mischung, dazu Rückholfaden, oft eine Vlieshülle und bei Applikator-Tampons ein Kunststoff- oder Pappröhrchen. Plastik steckt vor allem im Applikator, im Faden und in der Einzelfolie. Gebleicht wird heute chlorfrei, weshalb frühere Dioxin-Sorgen stark relativiert sind.
Ein Tampon wirkt unscheinbar: ein gepresstes Bäuschchen mit Faden. Vieles ist weit weniger dramatisch, als manche Schlagzeilen suggerieren, einiges lohnt aber den genaueren Blick.
Jeder Bestandteil kann anders zusammengesetzt sein - und genau deshalb lässt sich die Frage 'was ist in Tampons drin' nicht mit einem einzigen Wort beantworten, sondern hängt stark von der Marke ab.
2. Viskose, Baumwolle oder beides: woraus der Kern besteht
Der saugfähige Kern besteht meist aus Viskose (Rayon), Baumwolle oder einer Mischung. Viskose wird aus Holzzellstoff hergestellt und saugt sehr gut, Baumwolle gilt vielen als das natürlichere Material. Beide sind als Tampon-Faser zugelassen. Welches Material drin ist, entscheidet über Saugkraft, Gefühl und auch darüber, wie das Produkt hergestellt wurde.
Viskose - auf Englisch oft Rayon genannt - ist eine halbsynthetische Faser, die aus aufbereitetem Holzzellstoff gewonnen wird. Sie saugt sehr zuverlässig und ist günstig, weshalb sie über Jahrzehnte zum Standard wurde.
Baumwolle dagegen ist eine reine Naturfaser. Viele Menschen empfinden sie als das angenehmere und vertrauenswürdigere Material, gerade bei einem Produkt, das im Körper getragen wird. Reine Baumwoll-Tampons werben oft mit Bio-Anbau. Auch Baumwolle ist aber nicht automatisch makellos – konventionell angebaute Baumwolle wird teils mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, weshalb Bio-Qualität hier ein echter Unterschied sein kann.
Praktisch unterscheiden sich die Materialien auch im Gefühl. Viskose saugt oft etwas schneller und kann sich beim Herausziehen 'trockener' anfühlen, was manche als angenehm, andere als reibend empfinden. Reine Baumwolle nimmt Flüssigkeit etwas sanfter auf und liegt vielen als Naturfaser am Herzen. Ein pauschales „besser" gibt es hier nicht – es hängt davon ab, was Ihnen wichtiger ist: maximale Saugleistung, möglichst natürliches Material oder ein Kompromiss aus beidem.
Was bedeutet 'Rayon' auf einer Tampon-Packung? Rayon ist schlicht der englische und internationale Begriff für Viskose. Steht auf einer (oft importierten) Packung 'rayon' oder 'viscose rayon', meint das also dieselbe halbsynthetische Faser aus Holzzellstoff. Wer reine Baumwolle möchte, sollte gezielt nach '100 % Baumwolle' oder '100 % cotton' suchen - taucht stattdessen 'rayon' oder 'viscose' auf, ist Viskose im Spiel.
3. Die unterschätzten Bestandteile: Faden, Vlies und Wachs
Neben dem Kern hat ein Tampon weitere Bestandteile, über die kaum jemand nachdenkt: den Rückholfaden (oft Baumwolle, manchmal Kunststoff), eine dünne Vlieshülle gegen Faserrückstände und bei manchen Produkten eine Wachs- oder Gleitschicht für leichteres Einführen. Diese Kleinteile bestimmen mit, wie 'natürlich' ein Tampon wirklich ist.
Mehrere kleine Bestandteile machen den Unterschied zwischen 'plastikarm' und 'voller Kunststoff'. Der bekannteste ist der Rückholfaden. Er besteht bei guten Produkten aus reiner Baumwolle, bei vielen Standardprodukten aber aus Kunststoff oder ist mit synthetischem Material verstärkt.
Viele Tampons haben außerdem eine sehr dünne Vlieshülle, die den Faserkern umschließt. Sie soll verhindern, dass sich einzelne Fasern lösen und zurückbleiben. Bei einfachen Produkten ist dieses Vlies oft synthetisch, also ein weiterer kleiner Plastikanteil.
Manche Tampons - vor allem digitale ohne Applikator - tragen zusätzlich eine sehr dünne Wachs- oder Gleitschicht, die das Einführen erleichtern soll. In aller Regel sind das unbedenkliche, oft pflanzliche Stoffe in winziger Menge.
4. Wie viel Plastik steckt wirklich in einem Tampon?
Plastik im Tampon steckt vor allem im Applikator vieler Marken, oft im Rückholfaden, manchmal in einer dünnen Vlieshülle und fast immer in der Einzelfolie. Der saugfähige Kern selbst ist meist kein klassisches Plastik. Wer den Kunststoffanteil prüfen möchte, achtet auf die Materialangaben zu Applikator, Rückholfaden, Vlieshülle und Einzelfolie.
Der Plastikanteil sitzt nicht im Kern, sondern an anderen Stellen. Der größte Brocken ist bei vielen Marken der Applikator - das Einführröhrchen aus Kunststoff. Es wird nach einmaligem Gebrauch weggeworfen und macht über ein Periodenleben hinweg eine erhebliche Menge Plastikmüll aus.
Aber auch ohne Applikator ist nicht automatisch alles plastikfrei. Der Rückholfaden besteht häufig aus Kunststoff, manche Tampons haben eine dünne Vlieshülle aus synthetischem Material, und fast immer ist jeder Tampon einzeln in Plastikfolie eingeschweißt. Diese kleinen Mengen fallen einzeln kaum auf, summieren sich aber. Niedrige Schätzungen gehen davon aus, dass eine menstruierende Person im Laufe des Lebens mehrere Tausend Einweg-Periodenprodukte verbraucht.
Ein zweiter Punkt jenseits des Mülls: Aus Kunststoff-Anteilen von Hygieneprodukten können sich beim Zerfall winzige Mikroplastik-Partikel lösen. Wie groß die tatsächliche Belastung im Einzelfall ist, lässt sich seriös nicht in einer Zahl ausdrücken, und die Forschung dazu steht noch am Anfang.
Applikator prüfen. Glänzendes Kunststoffröhrchen bedeutet viel Plastik. Mattes Pappröhrchen oder gar kein Applikator (Digital-Tampon) bedeutet deutlich weniger.
Faden ansehen. Ein weicher Baumwollfaden ist plastikärmer als ein glatter, leicht glänzender Kunststofffaden. Auf der Packung steht das leider selten - im Zweifel beim Hersteller nachfragen.
Verpackung beachten. Jeder Tampon einzeln in Folie? Das ist fast immer Plastik. Manche Marken setzen auf Papierhüllen oder verzichten ganz auf die Einzelverpackung.
Material-Angabe lesen. Begriffe wie '100 % Baumwolle' und 'ohne Kunststoffvlies' sind gute Zeichen. Fehlt jede Angabe, ist das eher ein Hinweis, dass Plastik enthalten sein könnte.
5. Bleiche, Dioxin und alte Schlagzeilen: was heute noch stimmt
Bis Ende der 1990er-Jahre wurde der Zellstoff für Tampons teils mit Chlor gebleicht, wobei Dioxin-Spuren entstehen konnten. Heute wird chlorfrei gebleicht, weshalb nur noch sehr geringe Rückstände nachweisbar sind, die nach gängiger Einschätzung als nicht gesundheitsgefährdend gelten. Viele dramatische Schlagzeilen beziehen sich noch auf den alten Stand.
Früher wurde der weiße Zellstoff für Tampons mit elementarem Chlor gebleicht. Dabei konnten kleinste Mengen Dioxin entstehen - ein Stoff, der in größeren Mengen tatsächlich problematisch ist.
Seit Ende der 1990er-Jahre haben die Hersteller auf chlorfreie Bleichverfahren umgestellt. Dadurch sind die Dioxin-Rückstände auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Untersuchungen kommen überwiegend zu dem Ergebnis, dass die heute messbaren Mengen so gering sind, dass sie als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Das heißt nicht, dass null Rückstände drin sind - aber die großen Dioxin-Sorgen der Vergangenheit gelten für moderne Tampons nur noch stark abgeschwächt.
Warum hört man dann noch so oft von Gift in Tampons? Weil sich alte Inhalte lange halten und Schlagzeilen mit 'Gift' mehr Klicks bringen als nüchterne Einordnungen. Manche Artikel zitieren Studien aus den 1990er-Jahren, ohne den heutigen Stand zu nennen.
Was ist mit Pflanzenschutzmitteln in der Baumwolle? Konventionell angebaute Baumwolle kann Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten - das wurde in einzelnen Untersuchungen an Hygieneprodukten thematisiert. Die gefundenen Mengen waren sehr klein, und ob daraus ein echtes Risiko entsteht, ist umstritten. Wenn Ihnen zertifizierte Biofasern wichtig sind, prüfen Sie das Siegel und seine Geltung für das konkrete Produkt. Ein Bio-Siegel oder der Verzicht auf Baumwolle garantiert keine gesundheitliche Risikofreiheit.
Unterschied zwischen 'chlorfrei' und 'ungebleicht'? 'Chlorfrei gebleicht' (oft als TCF oder ECF gekennzeichnet) heißt: Das Material wurde aufgehellt, aber ohne elementares Chlor, sodass kaum Dioxin entstehen kann. 'Ungebleicht' heißt: gar nicht aufgehellt, das Produkt bleibt naturfarben. Beides ist mit Blick auf Dioxin unkritisch. Ungebleicht geht nur einen Schritt weiter und verzichtet ganz auf den Bleichschritt - ein optischer, kein funktioneller Unterschied.
6. Mögliche Rückstände und die Schwermetall-Studie von 2024 einordnen
2024 wies eine Untersuchung Spuren von Metallen wie Blei und Arsen in verschiedenen Tampons nach. Die Studie zeigte das Vorkommen, nicht aber, dass diese Spuren in den Körper übergehen oder dort schaden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erwartet aus Schwermetallen in Tampons keine gesundheitliche Beeinträchtigung (Quelle: BfR, FAQ Periodenprodukte 2024). Einordnung: ein nachvollziehbarer Anlass zum Hinschauen, aber kein Grund für Panik oder Krebs-Alarm.
Die Studie hat gemessen, dass diese Spuren vorhanden sind. Sie hat aber nicht untersucht, ob die Metalle tatsächlich aus dem Tampon austreten, über die Schleimhaut aufgenommen werden und im Körper Schaden anrichten. Genau das ist der entscheidende Unterschied: 'enthalten' ist nicht dasselbe wie 'wird aufgenommen' oder gar 'macht krank'. Frauenärztinnen und Frauenärzte gaben nach Auswertung der Daten Entwarnung (Quelle: Frauenärzte im Netz).
Woher solche Spuren überhaupt kommen können, ist ebenfalls Teil der Einordnung: Pflanzen wie Baumwolle nehmen aus Boden und Wasser von Natur aus geringste Mengen verschiedener Elemente auf - das gilt für viele landwirtschaftliche Rohstoffe, nicht nur für Tampons. Auch deshalb ist der reine Nachweis von Spuren noch keine Aussage über ein Gesundheitsrisiko. Entscheidend wären Menge, Verfügbarkeit für den Körper und tatsächliche Aufnahme - und genau diese Fragen sind aktuell Gegenstand der laufenden Prüfung.
Ein eigenständiges Thema ist das Toxische Schocksyndrom (TSS), eine sehr seltene, aber ernste Erkrankung, die mit Tampon-Nutzung in Verbindung gebracht wird. Sie hat nichts mit Bleiche oder Metallen zu tun, sondern mit Bakterien. Wichtig ist, Tampons regelmäßig zu wechseln – alle drei bis sechs Stunden, spätestens nach acht Stunden – und die Saugstärke nicht höher zu wählen als nötig (Quelle: Frauenärzte im Netz). Wer hier unsicher ist oder Symptome bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen - kein Periodenprodukt schützt vor TSS oder ersetzt eine ärztliche Abklärung.
7. Welche Tampon-Art passt zu wem?
Es gibt nicht den einen besten Tampon. Wer Wert auf natürliches Material legt, ist mit Bio-Baumwolle gut beraten. Wer Plastikmüll vermeiden will, greift zu Produkten ohne Applikator oder steigt auf wiederverwendbare Alternativen um. Bei empfindlicher Haut helfen unparfümierte, ungebleichte Varianten. Bei sehr starker oder sehr schwacher Blutung zählt vor allem die passende Saugstärke.
Wem vor allem das Material wichtig ist, der achtet auf '100 % Baumwolle', am besten in Bio-Qualität, und vermeidet so Viskose und Pflanzenschutzmittel-Bedenken in einem Schritt.
Bei empfindlicher Haut oder zu Reizungen neigender Scheidenflora sind unparfümierte und eher sanft oder gar nicht gebleichte Produkte oft die ruhigere Wahl; Duftstoffe meiden viele bewusst. Und ganz praktisch zählt die Saugstärke: Sie sollte zur tatsächlichen Blutung passen - lieber öfter wechseln als dauerhaft eine zu hohe Stärke tragen. Wenn Sie merken, dass keine Tampon-Variante sich wirklich gut anfühlt, ist das übrigens kein Versagen, sondern oft schlicht das Signal, eine andere Produktart auszuprobieren.
8. Tampon, Bio-Tampon, Tasse, Schwamm: was sich wie unterscheidet
Klassische Tampons sind günstig und überall erhältlich, enthalten aber oft Viskose und Plastik. Bio-Baumwoll-Tampons reduzieren Bedenken, bleiben aber Einweg. Menstruationstasse und Menstruationsschwamm sind wiederverwendbar und plastikarm - die Tasse aus Medizinsilikon, der Schwamm aus reinem Naturmaterial ohne Zusatzstoffe.
Der klassische Tampon punktet vor allem mit Verfügbarkeit und Preis: Man bekommt ihn überall, und einzeln kostet er fast nichts. Wiederverwendbare Lösungen wie Tasse und Schwamm verlangen anfangs etwas Umgewöhnung, sparen dafür über die Zeit Müll und Geld.
Periodenprodukte im sachlichen Vergleich
| Kriterien | Tampon | Menstruationsschwamm |
|---|---|---|
| Material | Viskose, Baumwolle oder Mischung, oft mit Plastikanteil bei Faden, Vlies und Applikator. | Echter Naturschwamm aus dem Meer, ein reines Naturprodukt ohne zugesetzte Fasern oder Kunststoff. |
| Plastik | Häufig vorhanden - im Applikator, Faden und in der Einzelfolie. | Der Schwamm selbst ist ein Naturprodukt ohne Kunststoff; die Verpackung prüfen Sie beim Kauf gesondert. |
| Nutzung | Einweg - nach Gebrauch in den Müll. Über Jahre summiert sich das. | Wiederverwendbar, nach unserer Erfahrung sechs bis neun Monate; ausspülen und trocknen lassen. |
| Zusatzstoffe | Je nach Marke Bleiche, Wachs, Duftstoffe oder Vlies - selten vollständig deklariert. | Keine Zusatzstoffe - das Naturmaterial bleibt, wie es ist. |
| Erhältlichkeit | Überall sofort verfügbar, sehr günstig pro Stück. | Bewusste Anschaffung, dafür über die Nutzungsdauer oft sparsamer. |
Kurz zu den beiden anderen Optionen, damit das Bild vollständig ist: Die Menstruationstasse besteht meist aus medizinischem Silikon, fängt das Blut auf statt es aufzusaugen und ist viele Jahre nutzbar - sie verlangt aber etwas Übung beim Einsetzen und Falten. Klassische Bio-Baumwoll-Tampons sind der kleinste Schritt weg vom Standardprodukt.
Wer einen Schritt weitergehen und Einweg ganz hinter sich lassen möchte, findet in unserem Beitrag Tampon-Alternativen: 5 Wege im Vergleich eine ausführliche Gegenüberstellung aller Möglichkeiten.
9. Worauf Sie beim Kauf achten können
Achten Sie auf das Material (100 % Baumwolle statt Viskose), auf chlorfreie Bleiche, auf Bio-Zertifikate wie GOTS und auf den Plastikanteil bei Applikator, Faden und Verpackung. Fehlt jede Angabe, ist das ein Hinweis, beim Hersteller nachzufragen. Wer Plastik und Einweg ganz vermeiden will, schaut über den Tampon hinaus.
Tampons gelten in Deutschland nicht als Medizinprodukt, sondern als Bedarfsgegenstand nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch; eine vollständige Zutatenliste ist deshalb nicht vorgeschrieben. Eine transparente Marke, die Material, Bleiche und Plastikanteil offen nennt, verdient deshalb einen Pluspunkt.
Material checken. Steht '100 % Baumwolle' drauf, ist keine Viskose enthalten. Fehlt die Materialangabe ganz, lohnt eine Nachfrage beim Hersteller.
Auf chlorfreie Bleiche achten. Hinweise wie 'chlorfrei gebleicht' oder 'ohne Chlorbleiche' sind heute Standard bei guten Marken - und ein Pluspunkt fürs gute Gefühl.
Bio-Siegel suchen. Zertifikate wie GOTS oder klare Bio-Baumwoll-Angaben adressieren das Thema Pflanzenschutzmittel im Anbau.
Plastik bewerten. Prüfen Sie die Materialangaben zu Applikator, Rückholfaden und Verpackung.
Auf Duftstoffe verzichten. Wörter wie 'Duft', 'fresh' oder 'parfümiert' deuten auf Zusätze hin, die die Scheidenflora reizen können. Unparfümiert ist meist die ruhigere Wahl.
Über den Tampon hinausdenken. Wenn Sie Einweg und Plastik ganz vermeiden möchten, lohnt der Blick auf wiederverwendbare Produkte wie den Naturschwamm.
10. Häufige Irrtümer und Mythen rund um Tampons
Rund um Tampons kursieren viele Halbwahrheiten: dass alle Tampons voller Gift seien, dass 'weiß' gleich 'sauber' bedeute, dass teuer automatisch plastikfrei sei oder dass man Tampons in der Toilette entsorgen dürfe. Wir räumen die häufigsten Irrtümer sachlich aus dem Weg.
Mythos: 'Alle Tampons sind voller Gift.' Das ist überzeichnet. Moderne Tampons werden chlorfrei gebleicht, und gefundene Rückstände liegen meist in winzigen Spuren. Es gibt berechtigte Fragen - etwa zu Viskose, Duftstoffen oder der Schwermetall-Studie -, aber 'voller Gift' ist eine Schlagzeile, kein Befund. Sachlich bleibt: hinschauen ja, Panik nein.
Mythos: 'Weiß bedeutet besonders rein.' Der Weißgrad sagt nichts über die Reinheit aus. Er entsteht durch Bleichen und ist rein optisch. Ein ungebleichter, naturfarbener Tampon kann genauso hygienisch sein. Wer sich an strahlendem Weiß orientiert, lässt sich eher von der Optik leiten als von den tatsächlichen Inhaltsstoffen.
Mythos: 'Teuer heißt plastikfrei.' Auch Markenprodukte im höheren Preissegment haben oft Kunststoffapplikatoren und Plastikfäden. Der Preis sagt wenig über den Plastikanteil aus - entscheidend ist, was tatsächlich auf der Packung steht. Lesen schlägt Preisschild.
Mythos: 'Tampons kann man in der Toilette entsorgen.' Bitte nicht. Tampons quellen auf und gehören nie in die Toilette, weil sie Rohre verstopfen und Kläranlagen belasten können. Sie gehören in den Restmüll. Das gilt auch für scheinbar 'kleine' Digital-Tampons.
11. Aus der Praxis von tom&pat
Aus unserer Erfahrung seit 2018: Die meisten Menschen, die nach Tampon-Inhaltsstoffen fragen, wollen keine Angst, sondern Klarheit und eine ruhige Alternative. Unser ehrlicher Rat - kein Verkaufsdruck: Lesen Sie die Packung und probieren Sie eine andere Option erst einmal an einem entspannten Tag aus, nicht ausgerechnet beim Sport oder auf Reisen.
Viele schauen das erste Mal genauer auf die Packung und stellen fest, dass dort kaum etwas steht. Genau dieses Schweigen verunsichert oft mehr als die Inhaltsstoffe selbst.
Unser ehrlicher Eindruck aus vielen Gesprächen: Der größte Aha-Moment ist meist nicht ein angeblicher Schadstoff, sondern die Menge an Plastik und Müll, die über die Jahre zusammenkommt - Applikator, Faden, Folie, Karton, Monat für Monat. Deshalb raten wir nicht pauschal von Tampons ab. Wenn ein Tampon für Sie gut funktioniert, ist Bio-Baumwolle ohne Applikator und ohne Duftstoffe ein sinnvoller, unkomplizierter Schritt.
Was sich beim ersten Mal ungewohnt anfühlt, ist nach zwei, drei Zyklen für viele selbstverständlich.
12. Eine Alternative: der Menstruationsschwamm
Wer nach einer Alternative zum Tampon sucht, kann einen Menstruationsschwamm aus Naturschwamm in Betracht ziehen. Er wird nach der Anwendung ausgespült und wiederverwendet.
Sie kennen jetzt die Antwort auf die Frage, was in Tampons drin ist - und haben vielleicht den Wunsch nach etwas Einfacherem. Der Menstruationsschwamm ohne Faden besteht aus echtem Naturschwamm, einem Lebewesen aus dem Meer, das geerntet, gereinigt und sonst nichts weiter zugesetzt bekommt. Kein Viskose-Gemisch, kein Kunststofffaden, kein Applikator.
Der Schwamm wird angefeuchtet, weich zusammengedrückt und getragen, danach ausgespült und an der Luft getrocknet. Nach unserer Erfahrung sechs bis neun Monate lässt er sich wiederverwenden, was über die Zeit auch Müll spart. Getragen wird der Schwamm alle drei bis sechs Stunden, höchstens acht Stunden am Stück – auch über Nacht – und nur während der Blutung; bei plötzlichem Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Durchfall oder Schwindel den Schwamm sofort entfernen und ärztlich abklären lassen (Warnzeichen des sehr seltenen Toxischen Schocksyndroms – mehr im Ratgeber Ist ein Menstruationsschwamm gefährlich?). Wie der Umstieg in der Praxis abläuft, beschreiben wir Schritt für Schritt im Beitrag Von Tampons zum Menstruationsschwamm.
Wenn Sie sich für Menstruationsschwämme interessieren, finden Sie weitere Informationen in der Erfahrungs- und Test-Übersicht.
Sie haben den Schwamm noch nicht ausprobiert? Wie Sie ihn einsetzen, tragen und reinigen, zeigen wir Schritt für Schritt: Menstruationsschwamm einführen – die Anleitung.
13. Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen – kurz und klar beantwortet.
Was ist in Tampons drin?
Die meisten Tampons bestehen aus Viskose (auch Rayon genannt), Baumwolle oder einer Mischung aus beidem. Dazu kommen ein Rückholfaden, oft eine dünne Vlieshülle, manchmal eine wasserabweisende Wachsschicht und bei Applikator-Tampons ein Kunststoff- oder Pappröhrchen. Was genau in einem bestimmten Produkt steckt, steht leider selten vollständig auf der Packung.
Ist in Tampons Plastik enthalten?
Häufig ja, aber meist in kleinen Mengen. Plastik findet sich vor allem im Applikator vieler Marken, oft im Rückholfaden, manchmal in der Vlieshülle und fast immer in der Einzelfolie um den Tampon. Der saugfähige Kern selbst ist in der Regel kein klassisches Plastik. Es gibt Tampons ganz ohne Applikator und mit Papp- statt Kunststoffröhrchen, die deutlich weniger Plastik enthalten.
Stimmt es, dass Tampons mit Dioxin belastet sind?
Das war früher ein berechtigtes Thema, ist heute aber stark relativiert. Bis Ende der 1990er-Jahre wurde Zellstoff mit Chlor gebleicht, wobei Dioxin-Spuren entstehen konnten. Seither setzen Hersteller auf chlorfreie Verfahren, sodass nur noch sehr geringe Mengen nachweisbar sind, die nach gängiger Einschätzung als nicht gesundheitsgefährdend gelten. Ein Restthema bleibt es für Menschen, die jegliche Belastung vermeiden möchten.
Wurden in Tampons Schwermetalle gefunden?
Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung wies in verschiedenen Tampons Spuren von Metallen wie Blei und Arsen nach. Wichtig zur Einordnung: Die Studie hat das Vorkommen gemessen, aber nicht belegt, dass diese Spuren tatsächlich vom Tampon in den Körper übergehen oder dort Schaden anrichten. Die zuständige US-Behörde FDA hat daraufhin eine eigene Überprüfung gestartet. Bis dahin gilt: kein Grund zur Panik, aber ein nachvollziehbarer Anlass, genauer hinzuschauen.
Wie oft sollte man einen Tampon wechseln?
Als grobe Orientierung gilt: alle drei bis sechs Stunden, spätestens nach acht Stunden, abhängig von der Blutungsstärke, und immer die niedrigste ausreichende Saugstärke wählen. Ein Tampon sollte nicht über Nacht stundenlang vergessen werden. Hintergrund ist unter anderem das sehr seltene Toxische Schocksyndrom (TSS). Konkrete Empfehlungen für Ihre Situation gibt Ihnen am besten Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt - dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.
14. Über tom&pat
tom&pat beschäftigt sich seit 2018 mit Periodenprodukten. Unsere Menstruationsschwämme bestehen aus Naturschwamm, sind wiederverwendbar und werden in Köln verpackt. Ein Menstruationsschwamm ist kein Verhütungsmittel und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bevor ein Schwamm bei uns ins Sortiment kommt, probiert Natalie, die Frau von Gründer Patrick Lauff, ihn selbst im eigenen Alltag aus.
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Zur Erinnerung: Auch dieser Ratgeber zu „Was ist in Tampons drin? Materialien, Plastik und Rückstände sachlich erklärt“ informiert nur allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nehmen Sie Beschwerden, Fieber oder starke Schmerzen ernst und wenden Sie sich damit – wie auch bei Unsicherheit – an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die verwendeten Quellen finden Sie im Text verlinkt.
