Trockene Haut im Winter: was die Heizung wirklich mit Ihrer Haut macht
Hinweis: Dieser Beitrag zu „Trockene Haut im Winter: was die Heizung wirklich mit Ihrer Haut macht“ ist eine allgemeine Information und keine ärztliche Beratung. Lassen Sie Beschwerden, Fieber oder starke Schmerzen ärztlich abklären – das gilt auch, wenn Sie unsicher sind. Alle Quellen sind im Text verlinkt.
Trockene Haut im Winter ist keine Einbildung - sie hat eine ganz handfeste Ursache. Wenn draußen kalte Luft kaum Feuchtigkeit trägt und drinnen die Heizung die Raumluft zusätzlich austrocknet, verliert die Haut an beiden Fronten Wasser. Das Ergebnis kennen viele: Spannen nach dem Duschen, schuppige Stellen an Unterschenkeln und Händen, ein feiner Juckreiz am Abend. Dagegen können Sie eine Menge tun - nicht mit mehr Produkten, sondern mit milderer Reinigung und ein paar einfachen Gewohnheiten.
Lesedauer: 15 Minuten
1. Das Wichtigste in Kürze
Trockene Haut im Winter entsteht, weil kalte Außenluft und warme Heizungsluft der Haut von beiden Seiten Feuchtigkeit entziehen. Wer mild reinigt, lauwarm statt heiß duscht, danach eincremt und für etwas mehr Luftfeuchte sorgt, beugt Spannen, Schuppen und Juckreiz wirksam vor.
Im Winter ändert sich nicht Ihre Haut, sondern die Umgebung. Draußen ist die Luft kalt und kann kaum Feuchtigkeit halten, drinnen trocknet die Heizung die Raumluft zusätzlich aus. Dazwischen steht Ihre Haut - und verliert an beiden Seiten Wasser. Dazu kommen heiße Duschen und scharfe Reiniger, die den natürlichen Fettfilm lösen. Das Ergebnis: Spannen, raue Stellen, manchmal Juckreiz.
Die Lösung ist weniger Aufwand, nicht mehr. Es geht darum, die Haut weniger anzugreifen und ihr gleichzeitig zu helfen, Feuchtigkeit zu halten. Mild reinigen, lauwarm und kurz duschen, danach gleich eincremen und für etwas mehr Luftfeuchte im Raum sorgen - das sind die Hebel, die im Alltag wirklich etwas bringen.
2. Warum Heizungsluft und Kälte die Haut austrocknen
Kalte Außenluft trägt kaum Wasser, und warme Heizungsluft im Innenraum ist oft sehr trocken. Beide ziehen Feuchtigkeit aus der obersten Hautschicht. Zusätzlich produziert die Haut bei Kälte weniger schützendes Hautfett - die natürliche Barriere wird durchlässiger.
Wie diese Schutzschicht aufgebaut ist und wie die Fett-Fugen zwischen den Hautzellen das Wasser halten, erklären wir ausführlich im Beitrag Hautbarriere stärken: der Pflegefehler, den fast alle täglich machen.
Zum einen kann kalte Luft physikalisch nur wenig Wasserdampf tragen. Draußen ist die Luft also trocken, und sie zieht Feuchtigkeit aus allem, was wärmer und feuchter ist - auch aus Ihrer Haut. Zum anderen heizen wir drinnen: Warme Luft könnte viel Feuchtigkeit aufnehmen, ist im Winter aber oft nicht ausreichend befeuchtet. Heizen Sie null Grad kalte Außenluft im Raum auf zwanzig Grad auf, bleibt die absolute Wassermenge gleich - die warme Luft ist damit relativ gesehen sehr trocken und saugt Feuchtigkeit aus ihrer Umgebung. Genau das ist es, was die Heizungsluft an Ihrer Hautoberfläche millionenfach anrichtet.
Dazu kommt ein dritter Punkt: Bei Kälte arbeiten die Talgdrüsen langsamer und produzieren weniger Hautfett. Genau dieses Fett würde normalerweise einen Teil der Fugen füllen. Fehlt es, wird die Barriere durchlässiger - und das Wasser verdunstet noch leichter. Der ständige Wechsel zwischen kalt-draußen und warm-drinnen setzt der Haut zusätzlich zu.
Dass die Haut ausgerechnet nach dem Duschen spannt, hat denselben Grund: Beim Duschen quillt die oberste Hautschicht mit Wasser auf, und warmes Wasser löst gleichzeitig einen Teil der Hautfette heraus. Verdunstet das Wasser danach in der trockenen Heizungsluft, fehlt der Fettfilm, der die Restfeuchte halten würde - die Haut trocknet schnell aus und zieht sich zusammen. Deshalb ist Eincremen direkt nach dem Duschen auf noch leicht feuchter Haut so wirkungsvoll – kurz und lauwarm duschen, danach rückfetten, empfiehlt auch gesund.bund.de bei trockener Haut.
3. Wen es besonders trifft - und welche Körperstellen zuerst
Trockene Winterhaut trifft nicht alle gleich stark. Empfindliche, reife und von Natur aus trockene Haut reagiert früher, ebenso Menschen mit Neurodermitis oder häufigem Händewaschen. Zuerst leiden meist Hände, Unterschenkel, Ellenbogen und Lippen, weil dort die Haut dünn und fettarm ist.
Wer von Natur aus zu trockener Haut neigt, merkt es früher als jemand mit eher fettiger Haut. Auch das Alter spielt eine Rolle: Mit den Jahren produziert die Haut weniger Fett und hält Wasser schlechter. Besonders aufpassen sollten Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea - der Winter ist für sie oft die schwierigste Zeit; die Pflege gehört dann ärztlich abgestimmt (Informationen: gesund.bund.de). Auch alltägliche Umstände erhöhen das Risiko: häufiges Händewaschen im Beruf, Desinfektionsmittel, lange heiße Duschen und der dauernde Wechsel zwischen Kälte und überheizten Räumen.
Zuerst betroffen sind meist die Hände, weil sie ständig gewaschen und der Luft ausgesetzt sind, sowie Unterschenkel und Schienbeine, wo die Haut dünn und fettarm ist. Dazu kommen Ellenbogen, Handrücken und die Lippen - Letztere haben keine Talgdrüsen und werden besonders schnell spröde. Auch das Gesicht reagiert empfindlich auf den Wechsel zwischen Kälte und Heizungsluft.
4. Anzeichen: so erkennen Sie Winterhaut früh
Winterhaut zeigt sich zuerst durch Spannen nach dem Waschen, einen matten oder rauen Eindruck und feine Schuppen an Unterschenkeln, Ellenbogen und Händen. Später kann Juckreiz dazukommen, oft abends in der warmen Wohnung. Früh umstellen lohnt sich.
Das erste Zeichen ist oft ein Spannungsgefühl direkt nach dem Duschen oder Händewaschen - die Haut fühlt sich kurz zu klein an. Viele empfinden ihre Haut außerdem als matt oder rau, sie reflektiert weniger Licht und fühlt sich beim Drüberstreichen leicht sandig an.
Sichtbar wird es häufig zuerst an den klassischen Problemzonen: Unterschenkel, Ellenbogen, Handrücken und Schienbeine. Feine, helle Schuppen oder ein leicht rissiges Muster sind typische Hinweise. An dieser Reihenfolge können Sie ablesen, wie weit die Trockenheit fortgeschritten ist: erst kurzes Spannen nach dem Waschen, dann ein dauerhaft rauer Eindruck mit feinen Schuppen, danach Juckreiz - erst leicht, dann hartnäckig, oft abends in der warmen Wohnung. Ganz am Ende stehen sichtbare Rötungen und feine Risse. Je früher Sie gegensteuern, desto leichter beruhigt sich die Haut wieder.
Ob Ihre Haut nur trocken oder schon gereizt ist, lässt sich gut unterscheiden: Trockene Haut spannt, schuppt fein und fühlt sich rau an, beruhigt sich aber nach dem Eincremen meist rasch. Gereizte Haut geht weiter - deutliche Rötung, brennender oder starker Juckreiz, kleine Risse oder nässende Stellen. Kommt die Haut trotz milder Pflege nicht zur Ruhe oder verschlimmert sie sich, lassen Sie das bitte ärztlich abklären. Als Faustregel gilt: Reagieren Sie schon beim ersten Spannen, nicht erst beim Jucken.
5. Mild reinigen statt austrocknen
Stark schäumende Duschgels und scharfe Reiniger lösen mit dem Schmutz auch die schützenden Hautfette. Im Winter lohnt sich der Umstieg auf milde Reinigung - zum Beispiel eine milde Naturseife - und Seife gezielt nur dort, wo sie nötig ist, statt jeden Tag am ganzen Körper.
Der größte vermeidbare Fehler im Winter ist zu scharfe Reinigung. Dass sich ein quietschsauberes Hautgefühl nicht gut, sondern eher entfettet anfühlt, ordnen wir im Beitrag Hautbarriere stärken: der Pflegefehler, den fast alle täglich machen genauer ein. Im Sommer steckt die Haut das meist weg, im Winter rächt es sich.
Sinnvoller ist eine milde Reinigung, die sauber macht, ohne die Haut auszulaugen. Eine klassische Aleppo-Seife aus Oliven- und Lorbeeröl wird von vielen Menschen mit empfindlicher Haut als angenehm mild empfunden: Beide Öle bringen rückfettende Eigenschaften mit, sodass die Seife reinigt, ohne komplett zu entfetten. Wichtig ist dabei die Erwartung: Eine milde Seife reinigt, ersetzt aber keine Feuchtigkeitspflege - die gehört danach immer dazu (was Aleppo-Seife ist und wie Sie sie anwenden, steht im Aleppo-Seife Guide).
Scharfes Duschgel vs. milde Reinigung im Winter
| Kriterien | Scharfes Duschgel | Milde Reinigung |
|---|---|---|
| Hautgefühl danach | Oft quietschsauber und spannend - ein Zeichen, dass Hautfette ausgewaschen wurden. | Sauber, aber nicht ausgelaugt; die Haut spannt deutlich weniger. |
| Wirkung auf die Hautbarriere | Kann die ohnehin geschwächte Winterbarriere zusätzlich angreifen. | Geht schonender mit dem schützenden Fettfilm um. |
| Schaum | Viel, dichter Schaum - fühlt sich gründlich an, ist aber kein Maß für Sauberkeit. | Cremiger, dezenter Schaum, reicht für saubere Haut völlig aus. |
| Verpackung | Meist Plastikflasche, oft Einweg. | Feste Seife. |
Ein praktischer Tipp: Sie müssen im Winter nicht jeden Tag den ganzen Körper einseifen. Setzen Sie Seife gezielt dort ein, wo sie wirklich nötig ist - Achseln, Füße, Intimbereich - und spülen Sie den Rest oft einfach mit lauwarmem Wasser ab. Das spart der trockenen Haut viel Belastung. Wer ohnehin auf Plastik im Bad verzichten möchte, findet im Beitrag Plastikfrei im Bad weitere Ideen.
6. Häufige Fehler bei trockener Winterhaut
Viele meinen es gut und machen die Winterhaut unbewusst schlechter: zu heiß und zu lang duschen, scharf reinigen, trockenrubbeln, erst beim Jucken reagieren oder die trockene Heizungsluft ignorieren. Wer diese Fehler kennt, vermeidet die meisten Probleme schon vorher.
Zu heiß und zu lang duschen. Heißes Wasser fühlt sich bei Kälte wunderbar an, löst aber besonders viel Hautfett. Erst reagieren, wenn es juckt. Dann ist die Barriere schon stark geschwächt - besser beim ersten Spannen gegensteuern. Trockenrubbeln mit dem Handtuch. Das reizt die Haut mechanisch; sanftes Abtupfen ist schonender.
Zu lange warten mit dem Eincremen. Die beste Wirkung hat Pflege auf noch leicht feuchter Haut direkt nach dem Duschen. Die Raumluft ignorieren. Wer nur eincremt, aber die knochentrockene Heizungsluft lässt, kämpft gegen Windmühlen. Ständig das Produkt wechseln. Viele neue Produkte gleichzeitig auszuprobieren reizt die Haut eher; eine ruhige, einfache Routine bringt meist mehr.
7. Wassertemperatur: warum heiß duschen der Haut schadet
Heißes Wasser fühlt sich im Winter herrlich an, löst aber die schützenden Hautfette besonders gründlich heraus. Lauwarmes Wasser und kurze Duschzeiten schonen die Hautbarriere. Danach nur sanft abtupfen und auf noch leicht feuchter Haut eincremen.
Wenn es draußen kalt ist, lockt die heiße Dusche besonders. Für die Haut ist heißes Wasser aber doppelt ungünstig: Es löst Fette noch besser als lauwarmes - leider auch die Hautfette, die Sie behalten wollen. Stellen Sie das Wasser deshalb auf lauwarm und halten Sie die Duschzeit kurz. Direkt danach gilt: nicht trockenrubbeln, sondern die Haut nur sanft abtupfen, sodass sie noch leicht feucht ist. Genau in diesem Moment ziehen Pflegeprodukte am besten ein und schließen die Restfeuchtigkeit ein.
Auch ausgiebige heiße Vollbäder gehören in diese Kategorie: Sie weichen die Haut stark auf und entziehen ihr Fett. Wenn Sie auf ein Bad nicht verzichten möchten, halten Sie es lieber kürzer und nicht zu heiß - und cremen Sie danach unbedingt ein.
Hautschonend duschen im Winter
Lauwarm einstellen. Drehen Sie das Wasser auf eine angenehm warme, nicht heiße Temperatur. Wenn die Haut nach dem Duschen rot ist, war es zu heiß.
Kurz halten. Fünf bis zehn Minuten reichen. Je länger der Kontakt mit Wasser, desto mehr Hautfett geht verloren.
Mild und gezielt reinigen. Seife nur dort, wo sie nötig ist; den Rest mit Wasser abspülen.
Sanft abtupfen. Mit dem Handtuch nur tupfen, nicht reiben. Die Haut darf leicht feucht bleiben.
Sofort eincremen. Innerhalb weniger Minuten eine reichhaltige Pflege auftragen, solange die Haut noch Restfeuchte hat.
8. Feuchtigkeit auftragen und in der Haut halten
Gute Winterpflege macht zwei Dinge: Sie bringt Feuchtigkeit an die Haut und verhindert, dass diese wieder verdunstet. Im Winter darf die Creme reichhaltiger sein. Am besten auf noch leicht feuchter Haut auftragen und trockene Zonen wie Hände und Schienbeine öfter nachpflegen.
Pflege funktioniert im Winter über zwei Prinzipien. Feuchthaltende Stoffe binden Wasser in der Haut, fettende Stoffe legen sich wie ein dünner Schutzfilm darüber und bremsen das Verdunsten. Im Winter ist gerade dieser zweite Teil wichtig - reine Feuchtigkeit ohne Schutzfilm verdunstet in trockener Luft schnell wieder. Deshalb wirkt eine Creme auf noch feuchter Haut deutlich besser als auf knochentrockener.
Praktisch heißt das: Im Winter darf die Pflege etwas reichhaltiger sein als im Sommer. Als Faustregel gilt - je trockener die Haut und je trockener die Luft, desto reichhaltiger darf sie sein. Eine leichte Lotion zieht schnell ein, schützt in sehr trockener Heizungsluft aber oft zu wenig; eine reichhaltigere Creme legt einen stabileren Schutzfilm. Viele fahren gut damit, im Winter umzustellen und im Frühjahr wieder leichter zu werden.
Wie oft Sie eincremen sollten? Mindestens einmal täglich nach dem Duschen ist ein guter Standard. Stark beanspruchte Zonen wie Hände, Schienbeine und Ellenbogen vertragen oft mehrmals täglich etwas Pflege - besonders die Hände, die durch häufiges Waschen zusätzlich leiden. Sobald die Haut spannt, ist es Zeit für eine Auffrischung. Milde Reinigung und Feuchtigkeitspflege sind dabei ein Team, kein Entweder-oder: Die Seife macht sauber, die Creme pflegt.
9. Luftfeuchte zuhause: der unterschätzte Hebel
Trockene Raumluft ist eine Hauptursache für Winterhaut. Etwas mehr Luftfeuchte hilft der Haut, den Schleimhäuten und den Lippen. Stoßlüften, Pflanzen, Wäsche im Raum trocknen oder ein Luftbefeuchter heben die Feuchtigkeit - ohne dass es im Raum klamm wird.
Den größten Teil des Winters verbringen die meisten Menschen drinnen, in beheizten Räumen. Genau dort ist die Luft oft besonders trocken. Wenn Sie die Raumluft etwas feuchter halten, nehmen Sie der Haut viel Druck - das spüren auch trockene Schleimhäute, gereizte Augen und spröde Lippen.
Eine angenehme Luftfeuchte im Wohnbereich liegt für viele im Bereich um die 40 bis 60 Prozent. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Richtung: weg von extrem trockener Heizungsluft. Übertreiben sollten Sie es nicht, denn dauerhaft zu feuchte Luft begünstigt Schimmel - regelmäßiges Stoßlüften gehört deshalb dazu. Ein kleines Hygrometer für wenige Euro nimmt das Rätselraten heraus: Wer den Wert kennt, dosiert die Gegenmaßnahmen viel leichter und merkt schnell, wann es genug ist.
Mehr Luftfeuchte im Winter - einfache Wege
Richtig stoßlüften. Mehrmals täglich kurz die Fenster ganz öffnen, statt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Das tauscht verbrauchte, trockene Luft aus, ohne die Wände auszukühlen.
Wäsche im Raum trocknen. Aufgehängte Wäsche gibt beim Trocknen Feuchtigkeit an die Raumluft ab - ein einfacher, kostenloser Befeuchter.
Pflanzen aufstellen. Zimmerpflanzen geben über die Blätter Feuchtigkeit ab und verbessern nebenbei das Raumgefühl.
Wasserschalen oder Verdunster. Eine flache Wasserschale auf der Heizung oder ein Verdunster heben die Luftfeuchte spürbar.
Luftbefeuchter mit Augenmaß. Ein Gerät hilft gezielt, sollte aber sauber gehalten und nicht überdosiert werden, damit es nicht zu feucht wird.
10. Mythen-Check: was bei trockener Winterhaut wirklich stimmt
Rund um trockene Winterhaut kursieren viele Halbwahrheiten: Viel trinken allein reicht, fettige Haut braucht keine Pflege, teurer ist automatisch besser. Hier sortieren wir die häufigsten Aussagen ehrlich nach dem, was im Alltag wirklich trägt.
"Viel trinken macht trockene Haut weg." Nur halb wahr. Ausreichend zu trinken ist gesund, aber Winterhaut entsteht vor allem außen an der obersten Hautschicht. Milde Reinigung und Pflege wirken dort deutlich stärker als zusätzliches Wasser von innen.
"Fettige Haut braucht im Winter keine Feuchtigkeit." Falsch. Auch fettigere Haut kann austrocknen, weil Fett und Feuchtigkeit zwei verschiedene Dinge sind. "Je teurer die Creme, desto besser." Nicht zwingend - entscheidend ist, dass sie zu Ihrer Haut passt und konsequent genutzt wird.
"Seife ist immer schlecht für trockene Haut." Zu pauschal. Scharfe, stark schäumende Reiniger können trockener Haut zusetzen - eine milde, rückfettende Naturseife wird dagegen von vielen gut vertragen, solange danach gepflegt wird. "Wenn die Haut juckt, sollte man kratzen." Falsch: Kratzen reizt die geschwächte Haut weiter und kann den Juckreiz verstärken. Besser kühlen, eincremen und die Ursache angehen.
11. Aus der Praxis von tom&pat
Aus den Rückmeldungen unserer Kundinnen und Kunden sehen wir Jahr für Jahr dasselbe Muster: Der Umstieg von scharfem Duschgel auf eine milde Naturseife plus konsequentes Eincremen bringt im Winter den größten Unterschied - vorausgesetzt, man hält die Routine wirklich durch.
Die meisten erwarten ein Wundermittel und übersehen, dass es um eine kleine, konsequente Routine geht: Die milde Seife reduziert nur das Auswaschen der Hautfette, den Rest erledigen lauwarmes Wasser, sanftes Abtupfen und das Eincremen danach. Wer von stark schäumendem Duschgel auf feste Seife umsteigt, braucht ein paar Tage Eingewöhnung - der Schaum ist dezenter, das Hautgefühl sauber statt quietschsauber. Geben Sie der Umstellung mindestens zwei Wochen; bei stark gereizter oder erkrankter Haut führt kein Weg an ärztlicher Abklärung vorbei.
12. Ihre Winter-Routine: alles zusammengefügt
Eine gute Winterroutine ist einfach: lauwarm und kurz duschen, mild und gezielt reinigen, auf leicht feuchter Haut reichhaltig eincremen und für etwas mehr Luftfeuchte sorgen. Hände und Lippen brauchen extra Aufmerksamkeit. Kommt die Haut so nicht zur Ruhe, hilft die Hautärztin weiter.
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Wenn Sie nur drei Dinge ändern - lauwarm statt heiß duschen, milder reinigen und nach dem Duschen sofort eincremen - merken viele Menschen schon nach wenigen Tagen einen Unterschied. Vergessen Sie dabei die Stellen nicht, die am meisten leiden: die Hände, weil sie ständig gewaschen werden, und die Lippen, die keine Talgdrüsen haben. Ein kleiner Pflegestick in der Tasche und eine Handcreme am Waschbecken sind im Winter Gold wert. Für das Gesicht lohnt ein besonders sanftes Vorgehen - mehr dazu in unserem Beitrag zur Aleppo-Seife fürs Gesicht.
Die Winter-Routine an einem Tag
Morgens: sanft starten. Gesicht und Hände nur mit lauwarmem Wasser oder milder Reinigung waschen, danach eine passende Pflege auftragen. Lippenpflege nicht vergessen.
Tagsüber: Hände schützen. Nach jedem Händewaschen einen Klecks Handcreme - so kommt das ausgewaschene Fett zurück, bevor die Haut spannt.
Abends: kurz und lauwarm duschen. Mild und gezielt reinigen, sanft abtupfen und innerhalb weniger Minuten reichhaltig eincremen, solange die Haut noch leicht feucht ist.
Über den Tag: Raumluft befeuchten. Stoßlüften, Wäsche im Raum trocknen oder einen Verdunster nutzen, damit die Heizungsluft nicht zu trocken wird.
Wenn die Haut trotz milder Reinigung und konsequenter Pflege stark juckt, sich entzündet, rissig aufplatzt oder großflächig gerötet bleibt, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Manchmal steckt mehr dahinter als nur trockene Winterhaut. Bei bekannten Hauterkrankungen ist eine individuell abgestimmte Pflege ohnehin sinnvoll - Tipps aus einem Blog ersetzen keine Diagnose.
Wenn Sie mehr über milde, natürliche Reinigung wissen möchten, finden Sie im Beitrag Aleppo-Seife: der ultimative Guide alle Grundlagen zu Herkunft, Zusammensetzung und Anwendung.
Zum Einstieg ins Thema Naturschwamm: Auswahl, Anwendung und Pflege erklären wir Schritt für Schritt in diesem Beitrag: Naturschwamm-Ratgeber: Auswahl, Anwendung und Pflege.
13. Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen – kurz und klar beantwortet.
Warum wird meine Haut im Winter trocken, obwohl ich nichts anders mache?
Weil sich die Bedingungen um Sie herum ändern, nicht Ihre Haut. Kalte Außenluft kann nur wenig Wasser tragen, und warme Heizungsluft im Innenraum ist oft extrem trocken. Beides zieht Feuchtigkeit aus der obersten Hautschicht. Dazu kommt heißes Duschen, das den schützenden Fettfilm löst. Sie machen also nichts falsch - die Umgebung trocknet die Haut aus, und genau da setzt die Winterpflege an.
Ist Aleppo-Seife bei trockener Haut sinnvoll?
Viele Menschen mit empfindlicher oder trockener Haut greifen im Winter bewusst zu milden Seifen statt zu stark schäumenden Duschgels. Aleppo-Seife besteht klassisch aus Oliven- und Lorbeeröl und wird oft als angenehm mild empfunden. Sie ersetzt keine Feuchtigkeitspflege - die gehört danach immer dazu. Bei stark gereizter oder erkrankter Haut sollten Sie die Pflege mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt abstimmen.
Hilft viel trinken gegen trockene Haut?
Ausreichend zu trinken ist gesund und richtig, aber Sie können trockene Winterhaut nicht allein von innen weggießen. Das Problem entsteht vor allem außen, an der obersten Hautschicht, durch trockene Luft und das Auswaschen von Hautfetten. Deshalb wirken äußere Maßnahmen - milde Reinigung, Feuchtigkeitspflege, mehr Luftfeuchte - meist deutlich stärker als zusätzliches Trinken.
Wann sollte ich mit trockener Haut zum Hautarzt?
Wenn die Haut trotz milder Pflege stark juckt, nässt, sich entzündet, rissig aufplatzt oder großflächig gerötet ist, gehört das ärztlich abgeklärt. Auch bei bekannten Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea ist im Winter eine ärztlich abgestimmte Pflege sinnvoll. Tipps aus einem Blog ersetzen keine Diagnose - im Zweifel lieber einmal mehr nachfragen.
Helfen Hausmittel wie Olivenöl oder Kokosöl gegen trockene Haut?
Ein dünner Film Pflanzenöl kann auf der Haut tatsächlich helfen, Wasser am Verdunsten zu hindern - das ist genau das Prinzip eines fettenden Pflegefilms. Am besten wirkt Öl auf noch leicht feuchter Haut nach dem Duschen, weil es die Restfeuchte einschließt. Allein auf trockene Haut aufgetragen bringt Öl dagegen keine neue Feuchtigkeit. Manche vertragen reines Öl gut, andere empfinden es als zu schwer oder reagieren empfindlich - probieren Sie es an einer kleinen Stelle aus.
14. Über tom&pat
tom&pat beschäftigt sich seit 2018 mit Pflege. Unsere Aleppo-Seife besteht aus Oliven- und Lorbeeröl und wird in Köln sozial verpackt. Gründer Patrick Lauff testet jede Charge zuerst selbst im eigenen Bad, bevor sie in den Verkauf geht.
80 % Olivenöl, 20 % Lorbeeröl
Versand 2,99 € · ab 50 € frei · 30 Tage Geld-zurück
Zur Erinnerung: Auch dieser Ratgeber zu „Trockene Haut im Winter: was die Heizung wirklich mit Ihrer Haut macht“ informiert nur allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nehmen Sie Beschwerden, Fieber oder starke Schmerzen ernst und wenden Sie sich damit – wie auch bei Unsicherheit – an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die verwendeten Quellen finden Sie im Text verlinkt.
