Everything Shower Routine: die 9 Schritte ehrlich erklärt
Die Everything Shower ist kein schnelles Duschen, sondern ein bewusstes Ritual von Kopf bis Fuß - Haare, Körper, Peeling, Rasur, Pflege, alles an einem Termin. Klingt aufwendig, und das ist es auch. Die gute Nachricht: Nicht jeder der 9 Schritte ist nötig, und die meisten Menschen brauchen das Ganze höchstens einmal die Woche. In diesem Beitrag gehen wir die Routine ehrlich durch - was sinnvoll ist, was nur Trend, und wie ein guter Naturschwamm mehrere Produkte auf einmal ersetzt.
Lesedauer: 19 Minuten
1. Everything Shower in 30 Sekunden
Eine Everything Shower ist ein bewusstes Dusch-Ritual, bei dem Sie an einem Termin alles erledigen: Haare, Körper, Peeling, Rasur und Pflege. Die richtige Reihenfolge spart Zeit und schont die Haut. Für die meisten reicht das einmal die Woche - und Sie brauchen dafür viel weniger Produkte, als die Videos suggerieren.
Die Everything Shower geistert seit einer Weile durch jede Beauty-Timeline: ein langes, gemütliches Dusch-Programm, bei dem nichts gehetzt wird und jeder Schritt seinen Platz hat. Dahinter steckt eine gute Idee - sich bewusst Zeit für die eigene Pflege zu nehmen. Drumherum hat sich allerdings viel Produktwerbung gesammelt, die mehr verkauft als hilft.
Wir gehen die klassischen 9 Schritte ehrlich mit Ihnen durch. Sie erfahren, was wirklich etwas bringt, in welcher Reihenfolge es Sinn ergibt, was Sie getrost weglassen können und warum ein einziger guter Naturschwamm gleich mehrere Produkte überflüssig macht. Am Ende entscheiden Sie selbst, wie ausführlich Ihre Routine sein soll.
Wichtig ist uns dabei ein realistischer Blick: Eine schöne Routine soll Ihnen guttun, nicht zur nächsten Pflicht werden, die Sie unter Druck setzt. Manche Tage sind für eine ausführliche Dusche da, andere für eine schnelle. Beides ist völlig in Ordnung - und Ihre Haut ist mit weniger Aufwand oft sogar zufriedener als mit dem vollen Programm jeden Tag.
Wenn Sie es ganz eilig haben, hier die Kurzfassung: Reihenfolge von oben nach unten, lauwarmes Wasser, sanft peelen statt schrubben, danach gut eincremen - und das volle Programm nur etwa einmal die Woche. Alles Weitere in diesem Beitrag ist die ausführliche Begründung dazu, plus die Stellen, an denen Sie getrost sparen können.
2. Was ist eine Everything Shower wirklich?
Die Everything Shower unterscheidet sich von der normalen Dusche weniger durch die Schritte als durch das Tempo. Sie machen alles in Ruhe an einem Termin statt verteilt über die Woche. Der Kern ist ein bewusstes Pflege-Ritual - der Rest ist persönliche Vorliebe und oft Marketing.
Im Kern ist eine Everything Shower einfach eine ausführliche Duschroutine, bei der Sie alles auf einmal erledigen, statt es über die Woche zu verteilen. Statt heute nur die Haare und morgen nur kurz zu duschen, nehmen Sie sich einmal richtig Zeit: Haare waschen und pflegen, Körper reinigen, peelen, vielleicht rasieren und sich anschließend gründlich eincremen.
Der Reiz liegt im Ritual-Charakter: warmes Wasser, ein bisschen Ruhe, danach gepflegte Haut und das Gefühl, einmal komplett durch zu sein. Genau dieser bewusste Teil ist das Wertvolle daran. Problematisch wird es erst, wenn die Routine zur Bühne für ein Dutzend Spezialprodukte wird, die sich gegenseitig die Arbeit wegnehmen.
Spannend ist, woher der Begriff kommt: Verbreitet wurde er vor allem über soziale Medien, wo besonders ausführliche, ästhetisch inszenierte Duschen geteilt wurden. Das erklärt, warum so viele Produkte mitschwingen - schöne Tiegel und Tuben machen sich im Video gut. Für gepflegte Haut sind sie aber nicht entscheidend. Entscheidend sind die Grundlagen: sanft reinigen, nicht zu heiß, nicht zu oft, danach pflegen.
Worin unterscheidet sich die Everything Shower von normalem Duschen?
Der Unterschied ist vor allem die Bündelung und die Zeit. Beim normalen Duschen verteilen viele Menschen die Schritte über die Woche: heute Haare, morgen kurz abspülen, irgendwann mal Peeling. Die Everything Shower fasst all das in einen Termin und nimmt sich dafür bewusst Ruhe. Die einzelnen Handgriffe sind dieselben - neu ist nur, dass sie als zusammenhängendes Ritual gedacht werden, mit klarer Reihenfolge und etwas Sorgfalt am Ende beim Eincremen.
3. Für wen sich die Everything Shower lohnt - und für wen nicht
Die Everything Shower lohnt sich vor allem für Menschen, die Pflege als Ruhepause genießen und gern gebündelt arbeiten. Bei sehr trockener, empfindlicher oder gereizter Haut sollten Sie das volle Programm entschärfen oder seltener machen. Niemand muss diesem Trend folgen - eine gute, milde Dusche tut es auch.
Eine ausführliche Dusch-Routine ist kein Muss, sondern ein Angebot. Manchen gibt sie wirklich etwas, anderen ist sie schlicht zu aufwendig - beides ist in Ordnung. Bevor Sie das volle Programm übernehmen, lohnt ein kurzer Blick darauf, ob es zu Ihrem Alltag und Ihrer Haut passt.
Für wen ist die Everything Shower ideal?
Wenn Sie Pflege als kleine Auszeit erleben, gern alles auf einmal erledigen und feste Rituale mögen, passt das Konzept gut. Auch wer im Alltag wenig zur Ruhe kommt, kann die wöchentliche ausführliche Dusche als bewusste Pause nutzen. Und wer ohnehin Haare waschen, peelen und rasieren möchte, spart durch die kluge Reihenfolge tatsächlich Zeit und Produkt.
Wann sollten Sie eher zurückhaltend sein?
Bei sehr trockener, zu Reizungen neigender oder aktuell gereizter Haut ist das volle Programm mit Peeling und vielen Produkten oft zu viel. Hier ist weniger eindeutig besser: mild reinigen, kein oder seltenes Peeling, lauwarmes Wasser und gründlich eincremen. Auch wer wenig Zeit oder schlicht keine Lust auf lange Rituale hat, muss kein schlechtes Gewissen haben - kurze, milde Duschen sind völlig ausreichend.
Kinder, sehr trockene Winterhaut oder bestimmte Hauterkrankungen brauchen ohnehin eine sanftere Pflege. Wenn Sie unsicher sind oder anhaltende Beschwerden haben - Juckreiz, starke Trockenheit, Rötungen -, ist eine ärztliche oder dermatologische Einschätzung der bessere Weg als ein Trend aus dem Internet.
4. Die richtige Reihenfolge der 9 Schritte
Die Reihenfolge entscheidet, ob die Everything Shower funktioniert. Erst Haare, dann Körper, dann Peeling, dann Rasur und zum Schluss Pflege außerhalb der Dusche. So landen keine Shampoo- oder Conditioner-Reste auf bereits gereinigter Haut und jeder Schritt baut sinnvoll auf dem vorherigen auf.
Die Reihenfolge ist kein Detail, sondern der eigentliche Trick. Wer zuerst den Körper wäscht und danach die Haare, spült sich Shampoo- und Conditioner-Reste über frisch gereinigte Haut - das kann Rücken und Schultern reizen und Unreinheiten begünstigen. Darum gilt: von oben nach unten und Einwirkzeiten clever nutzen.
Die 9 Schritte in sinnvoller Reihenfolge - Schritt für Schritt
1. Vorbereiten
Lauwarmes (nicht heißes) Wasser einstellen, vielleicht Musik an. Heißes Wasser trocknet die Haut stärker aus, als vielen bewusst ist.
2. Haare nass machen und Shampoo
Mit den Haaren beginnen, damit Produkte später nach unten abgespült werden und nicht auf sauberer Haut bleiben.
3. Kur oder Conditioner einwirken lassen
In die Längen geben und wirken lassen - diese Zeit nutzen Sie für die nächsten Schritte, statt nur zu warten.
4. Körper reinigen
Mit milder Seife oder Duschgel und einem Naturschwamm von oben nach unten waschen. Der Schwamm verteilt und schäumt zugleich.
5. Sanft peelen
Ein bis zwei Mal pro Woche reicht. Mit einem Naturschwamm peelen Sie automatisch sehr sanft, ohne extra Scrub.
6. Rasieren (optional)
Nach dem Reinigen, wenn die Haut weich und vorbereitet ist. So gleitet die Klinge besser und die Haut wird weniger gereizt.
7. Haare ausspülen
Kur und Conditioner gründlich auswaschen - jetzt, ganz am Ende, damit wirklich nichts auf dem Körper zurückbleibt.
8. Sanft abtrocknen
Nicht rubbeln, sondern tupfen. Die Haut darf ruhig leicht feucht bleiben für den letzten Schritt.
9. Eincremen
Auf die leicht feuchte Haut Lotion, Öl oder Butter auftragen - so wird die Feuchtigkeit eingeschlossen.
Warum gerade diese Reihenfolge? Die Logik ist simpel: Was abgespült wird, soll nach unten und zuletzt verschwinden, nicht auf gereinigter Haut landen. Darum kommen die Haare zuerst dran und werden ganz am Schluss ausgespült. Die Einwirkzeit der Kur ist nicht totes Warten, sondern genau das Fenster für Körperreinigung und Peeling. Und das Eincremen gehört nach draußen auf die leicht feuchte Haut, weil die Pflege dann die Restfeuchtigkeit einschließt, statt im Wasser wieder abzulaufen.
Die Rasur sitzt bewusst nach dem Reinigen und Peelen: Die Haut ist dann warm, weich und frei von abgestorbenen Schüppchen, die Klinge gleitet besser und Sie riskieren weniger eingewachsene Haare und Irritationen. Wer mag, dreht ganz am Ende das Wasser kurz kühler - das ist kein Pflicht-Schritt, fühlt sich aber für viele frisch an und kann das Gefühl von strafferer Haut geben.
5. Haare und Körper: weniger ist hier wirklich mehr
Bei Haaren und Körper sammeln sich in der Everything Shower die meisten überflüssigen Produkte an. Ein Shampoo, gegebenenfalls eine Kur und ein mildes Reinigungsprodukt mit Naturschwamm decken fast alles ab. Mehrere Spezialprodukte gleichzeitig reinigen nicht besser, sie reizen die Haut nur schneller.
Bei den Haaren reicht für die meisten Shampoo plus eine pflegende Kur oder einen Conditioner für die Längen. Ein Vorab-Öl, eine Maske, eine zweite Spülung und ein Hitzeschutz danach sind nett, aber selten nötig - und stundenlange Pre-Shower-Rituale sind eher Inszenierung als Pflege.
Beim Körper ist die Versuchung groß, Duschgel, Peeling-Pad, Rasur-Schaum und Bürste zu kombinieren. Dabei macht ein guter Naturschwamm gleich mehrere dieser Dinge überflüssig: Er schäumt Seife schön auf, reinigt gründlich und peelt durch seine natürliche Struktur ganz von allein sanft mit. Ein Produkt statt drei - und kein Plastik im Bad.
Ein zweiter Vorteil, der oft untergeht: Wer weniger verschiedene Produkte auf die Haut bringt, gibt ihr auch weniger Anlass zu Reizungen. Viele Duschgele, Peelings und Schäume enthalten Duftstoffe und Tenside, die in Summe austrocknen können. Eine milde Seife mit dem Schwamm ist da angenehm übersichtlich - Sie wissen genau, was auf Ihre Haut kommt, und können bei Bedarf leicht etwas weglassen.
Auch beim Reinigungstempo gilt: gründlich heißt nicht hart. Sie müssen die Haut nicht schrubben, bis sie gerötet ist. Sanfte, kreisende Bewegungen mit dem aufgeschäumten Schwamm lösen Schweiß, Talg und lose Hautschüppchen zuverlässig - vor allem an den Stellen, die es wirklich brauchen. Arme und Beine kommen mit weniger aus, als viele denken; jeden Quadratzentimeter täglich mit Seife einzureiben ist für gesunde Haut nicht nötig.
6. Peeling und Rasur: sanft schlägt gründlich
Peeling und Rasur sind die Schritte, bei denen man der Haut am leichtesten schadet. Tägliches Peelen und scharfe Scrubs schwächen die Schutzschicht. Sanftes Peeling mit dem Naturschwamm ein- bis zweimal pro Woche und Rasur auf vorbereiteter Haut sind deutlich schonender als das volle Trend-Programm.
Peeling gilt in vielen Everything-Shower-Videos als Pflicht - und genau hier passieren die meisten Fehler. Tägliches Peelen oder grobe Salz- und Zuckerscrubs tragen zu viel ab und reizen die Haut. Ein bis zwei sanfte Peelings pro Woche reichen für die meisten Menschen völlig aus.
Ein Naturschwamm peelt durch seine natürliche, feinporige Struktur ganz von selbst sehr sanft mit - ohne dass Sie ein extra Scrub brauchen. Wer einen stärkeren Peeling-Effekt mag, greift zur festeren Honeycomb-Sorte. Wie Sie das am besten dosieren, zeigen wir im Detail im Beitrag Peeling-Schwamm richtig anwenden.
Die Rasur kommt nach dem Reinigen, wenn die Haut warm und weich ist - dann gleitet die Klinge besser und es gibt weniger Irritationen. Ein extra Pre-Shave-Öl und drei verschiedene Schäume sind nicht nötig; eine milde Seife reicht für viele als Gleitschicht.
Erst peelen oder erst rasieren?
In der Regel zuerst peelen, dann rasieren. Das sanfte Peeling befreit die Haut von losen Schüppchen, sodass die Klinge gleichmäßiger gleitet und weniger Haare einwachsen. Wichtig ist nur, beides am selben Tag mit Maß zu tun: Peelen und gleich danach rasieren kann empfindliche Haut reizen. Wenn Ihre Haut dazu neigt, lassen Sie zwischen kräftigerem Peeling und Rasur lieber etwas Zeit oder verteilen Sie die beiden Schritte auf verschiedene Tage.
7. Die häufigsten Fehler bei der Everything Shower
Die meisten Fehler bei der Everything Shower drehen sich um zu viel: zu heißes Wasser, zu lange Duschdauer, zu häufiges Peeling und zu viele Produkte. Dazu kommen vergessenes Eincremen und falsche Reihenfolge. Wer diese Punkte vermeidet, hat schon den größten Teil richtig gemacht.
Eine ausführliche Dusche kann viel Gutes tun - oder die Haut unnötig belasten, wenn ein paar typische Stolpersteine zusammenkommen. Die gute Nachricht: Es sind fast immer dieselben, und sie lassen sich leicht abstellen.
Zu heißes Wasser. Es fühlt sich gemütlich an, löst aber Hautfette schneller und hinterlässt die Haut trockener. Lauwarm ist die bessere Wahl - die Dusche darf trotzdem angenehm warm sein, nur eben nicht dampfend heiß.
Zu lange duschen. Eine halbe Stunde unter laufendem Warmwasser klingt entspannend, trocknet die Haut aber zusätzlich aus und verbraucht viel Wasser. Die Einwirkzeit der Haarkur sinnvoll für andere Schritte zu nutzen, hält die Dusche kompakt, ohne dass das Ritual leidet.
Zu oft und zu grob peelen. Tägliches oder kräftiges Scrubben schwächt die Schutzschicht. Sanftes Peeling mit dem Schwamm ein- bis zweimal die Woche reicht. Falsche Reihenfolge ist der nächste Klassiker: Haare nach dem Körper auszuspülen verteilt Produktreste auf sauberer Haut.
Das Eincremen vergessen oder zu spät machen. Der wirksamste Pflege-Moment ist direkt nach dem Abtrocknen, solange die Haut noch leicht feucht ist. Wer das auslässt, verschenkt den größten Teil des Effekts. Und schließlich: zu viele Produkte. Mehr Tuben bedeuten nicht mehr Pflege, sondern oft nur mehr Duftstoffe und Tenside, die sich summieren.
8. Trend oder sinnvoll? Der ehrliche Faktencheck
Nicht alles an der Everything Shower ist Unsinn, aber vieles ist Produktmarketing. Sinnvoll sind die richtige Reihenfolge, lauwarmes Wasser, sanftes Peeling und gutes Eincremen. Nur Trend sind stundenlange Rituale, ein Regal voller Spezialprodukte und das tägliche Rundum-Programm, das die Haut eher belastet.
Statt alles pauschal zu loben oder zu verteufeln, hilft ein nüchterner Blick: Was bringt der Haut wirklich etwas, und was ist vor allem schön anzusehen? Die folgende Gegenüberstellung trennt das Sinnvolle vom reinen Trend.
Sinnvoll vs. nur Trend
| Kriterien | Sinnvoll | Nur Trend |
|---|---|---|
| Reihenfolge | Von oben nach unten, Haare zuletzt ausspülen - hält die Haut frei von Produktresten. | Schritte nach Optik der Produkte ordnen statt nach Funktion. |
| Wassertemperatur | Lauwarm, fünf bis zehn Minuten - schont die Schutzschicht. | Sehr heiß und sehr lang, weil es gemütlicher wirkt - trocknet aus. |
| Peeling | Ein- bis zweimal pro Woche, sanft mit dem Naturschwamm. | Tägliches grobes Scrubben für das perfekte Video. |
| Produktanzahl | Wenige Allrounder: Seife, Schwamm, Pflege. | Ein Regal voller Spezialprodukte, die sich überschneiden. |
| Häufigkeit | Als Ritual etwa einmal die Woche. | Volles Programm jeden Tag - belastet die Haut. |
| Eincremen | Direkt nach dem Abtrocknen auf leicht feuchte Haut - schließt Feuchtigkeit ein. | Aufwendige Tiegel-Parade, aber erst Stunden später oder gar nicht aufgetragen. |
9. Wie oft ist eine Everything Shower gesund?
Eine vollständige Everything Shower mit Peeling und vielen Schritten ist für die meisten einmal die Woche ideal. Tägliches gründliches Waschen mit heißem Wasser und vielen Produkten kann die Hautbarriere stören und austrocknen. An den anderen Tagen reicht eine kurze, lauwarme Dusche völlig aus.
Mehr ist hier nicht besser. Dermatologinnen und Dermatologen weisen seit Jahren darauf hin, dass zu häufiges und zu heißes Waschen die natürliche Schutzschicht der Haut schwächen kann - die Haut wird trockener und empfindlicher. Das volle Everything-Shower-Programm jeden Tag ist deshalb keine gute Idee.
Wie oft das volle Programm?
Für die meisten Menschen passt eine vollständige Everything Shower mit Peeling und allem Drum und Dran etwa einmal pro Woche. So bekommt die Haut genug Ruhe zwischen den intensiveren Schritten.
Und an den anderen Tagen?
An normalen Tagen reicht eine kurze, lauwarme Dusche von fünf bis zehn Minuten, oft auch ohne Peeling und ohne viele Produkte. Wer stark schwitzt oder Sport macht, duscht natürlich nach Bedarf - aber dann gern kurz und mild.
Macht die Jahreszeit einen Unterschied?
Ja, durchaus. Im Winter ist die Haut durch Heizungsluft und Kälte oft trockener und empfindlicher - dann lohnt es sich, das Peeling seltener zu machen, das Wasser eher lauwarm als heiß zu halten und nach dem Duschen reichhaltiger zu pflegen. Im Sommer, wenn man mehr schwitzt, darf öfter geduscht werden, idealerweise kurz und mild. Die Grundregel bleibt gleich, nur die Häufigkeit und die Pflege danach passen Sie der Jahreszeit an.
10. Die ehrliche Minimal-Routine mit Naturschwamm und Aleppo
Zu der beschriebenen Everything-Shower-Routine gehören ein Naturschwamm, eine Aleppo-Seife und eine einfache Pflege danach.
Wenn wir die ganze Routine ehrlich eindampfen, bleibt erstaunlich wenig übrig - und genau das ist gut. Ein Naturschwamm übernimmt Reinigen, Aufschäumen und sanftes Peeling in einem. Dazu eine milde Aleppo-Seife, die ohne synthetische Zusätze auskommt, und eine einfache Pflege nach dem Duschen. Mehr ist für die meisten Menschen nicht nötig.
Die Grass-Sorte ist dabei der ideale Allrounder: angenehm fest, gleichmäßiges sanftes Peeling, gute Reinigung. Wer es besonders weich mag oder empfindliche Haut hat, nimmt die Silk-Sorte. Beide ersetzen Waschlappen, Bürste und Peeling-Pad - und sind komplett natürlich und plastikfrei. Wie nachhaltig sich das Bad damit aufräumen lässt, lesen Sie im Beitrag Plastikfrei im Bad.
Wenn Sie tiefer einsteigen möchten - Herkunft, Sorten und Pflege der Schwämme - finden Sie alles gebündelt im ultimativen Naturschwamm-Guide. Für den Einstieg reicht aber ein guter Schwamm und etwas milde Seife völlig aus.
11. Aus der Praxis von tom&pat
Aus unserer täglichen Arbeit mit Naturschwämmen wissen wir: Die meisten Menschen sind nach der Umstellung überrascht, wie wenig sie wirklich brauchen. Ein Schwamm und eine milde Seife ersetzen erstaunlich viele Tuben - und das Bad wird ruhiger, plastikärmer und einfacher zu pflegen.
Wir bei tom&pat verkaufen Naturschwämme und Aleppo-Seife seit 2018 und bekommen viel Rückmeldung dazu, wie Menschen ihre Dusch-Routine umstellen. Eine Beobachtung kommt dabei immer wieder: Wer von Duschgel, Pad und Bürste auf einen einzigen guten Schwamm wechselt, vermisst den Rest selten. Die anfängliche Sorge, es könnte weniger gründlich sein, legt sich nach den ersten Anwendungen meist von allein.
Was sich in der Praxis bewährt hat: den Schwamm wirklich vor dem Duschen kurz in lauwarmem Wasser weich werden lassen - frisch ausgepackt ist er fester, und genau daran scheitert mancher erste Eindruck. Weich aufgesogen schäumt er die Seife viel besser auf und fühlt sich gleich angenehmer an. Wir empfehlen für den Start fast immer die Grass-Sorte als Allrounder; nur bei sehr empfindlicher Haut raten wir direkt zur weicheren Silk-Variante.
Ehrlich gesagt halten wir die Everything Shower nicht für ein Wundermittel, sondern für eine schöne Gelegenheit, das Bad zu entrümpeln. Unsere Empfehlung an alle, die neugierig sind: Probieren Sie es eine Woche lang mit nur Schwamm und Seife statt dem vollen Regal. Die meisten, die uns danach schreiben, sagen, dass ihre Haut ruhiger geworden ist - schlicht, weil sie ihr weniger zumuten. Das ist kein Versprechen, sondern unsere ehrliche Erfahrung aus vielen Jahren.
12. Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen – kurz und klar beantwortet.
Was ist eine Everything Shower überhaupt?
Eine Everything Shower ist ein bewusstes, ausführliches Dusch-Ritual, bei dem Sie an einem Termin alles erledigen: Haare waschen und pflegen, Körper reinigen, peelen, gegebenenfalls rasieren und sich danach eincremen. Der Unterschied zur normalen Dusche liegt weniger in den Schritten als im Tempo - Sie nehmen sich Zeit und machen alles in Ruhe statt verteilt über die Woche.
Wie oft sollte ich eine Everything Shower machen?
Für die meisten Menschen reicht eine Everything Shower einmal die Woche. Tägliches gründliches Waschen mit Peeling und vielen Produkten kann die Haut eher austrocknen und die natürliche Schutzschicht stören. An den anderen Tagen genügt eine kurze, lauwarme Dusche von fünf bis zehn Minuten.
In welcher Reihenfolge geht die Everything Shower?
Bewährt hat sich: zuerst Haare nass machen und Shampoo, dann Kur oder Conditioner in die Längen geben und einwirken lassen, währenddessen Körper reinigen, danach peelen, dann gegebenenfalls rasieren, alles gründlich ausspülen und zum Schluss außerhalb der Dusche eincremen. So landen keine Produktreste auf bereits gereinigter Haut.
Welcher Naturschwamm passt für die Everything Shower?
Für die meisten ist der Grass-Schwamm der beste Allrounder: angenehm fest, gleichmäßiges, sanftes Peeling, reinigt gut und schäumt Seife schön auf. Wer es besonders weich mag oder empfindliche Haut hat, greift zum Silk-Schwamm. Beide ersetzen Waschlappen, Bürste und Peeling-Pad in einem - ein Produkt statt drei.
Wie pflege ich meinen Naturschwamm nach der Dusche?
Spülen Sie ihn nach jedem Gebrauch gründlich mit klarem Wasser aus, drücken Sie ihn sanft aus (nicht wringen) und lassen Sie ihn luftig und nicht im nassen Eck trocknen. So bleibt er hygienisch und hält lange. Etwa alle paar Wochen können Sie ihn in lauwarmem Wasser mit einem Schuss Essig auffrischen. Wird er rau, hilft kurzes Einweichen in lauwarmem Wasser.
13. Über tom&pat
tom&pat führt seit 2018 Naturschwämme aus dem Mittelmeer in den Sorten Honeycomb, Grass und Silk sowie Aleppo-Seife. Die Naturschwämme werden in Köln verpackt. Gründer Patrick Lauff testet jede Sorte selbst im eigenen Bad, bevor sie bei tom&pat ins Sortiment kommt. Für die Minimal-Routine brauchen Sie nicht viel: einen Naturschwamm Grass für jeden Tag, den festeren Honeycomb fürs Peeling – und ein Stück Aleppo-Seife.
