Bäume malen Acryl: realistisches Laub mit Schwamm
Bäume malen in Acryl scheitert selten am Talent - sondern am Werkzeug. Wer Laub mit dem Pinsel malt, bekommt meist eine flache, grüne Fläche, die mehr nach Brokkoli als nach Baumkrone aussieht. Der Schwamm löst genau dieses Problem: Seine unregelmäßige Struktur tupft Hunderte kleiner Blattlücken auf einmal und gibt der Krone sofort Tiefe und Licht. In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit einem Malschwamm aus Naturschwamm realistische Bäume und ganze Wälder malen - vom Grundton bis zum letzten Lichtpunkt.
Lesedauer: 17 Minuten
1. Bäume malen mit Acryl: das Wichtigste in Kürze
Realistische Bäume malen Sie in Acryl mit der Schwammtechnik: Tupfen Sie die Baumkrone in drei Schichten - dunkler Grundton, mittleres Grün, helle Lichtpunkte. Der Schwamm erzeugt die feinen Lücken zwischen den Blättern und gibt dem Laub sofort Tiefe, die mit dem Pinsel kaum gelingt. Faustregel: immer von dunkel nach hell tupfen, denn jeder hellere Tupfer über dem dunklen Grundton bringt automatisch Licht und Volumen.
Die größte Hürde ist fast immer das Laub. Eine echte Baumkrone besteht nicht aus einer geschlossenen Form, sondern aus tausenden kleinen Blättern mit Licht, Schatten und Lücken dazwischen - genau das bildet ein Schwamm in Sekunden nach. Zeichnen müssen Sie dafür nicht: Jeder neue Tupfer überdeckt den vorherigen, Fehler lassen sich also übertupfen. Planen Sie für den ersten Baum 20 bis 30 Minuten ein.
2. Warum Pinsel-Laub flach wirkt - und der Schwamm Struktur bringt
Der Pinsel füllt die Baumkrone als geschlossene Fläche - es fehlen die kleinen Lücken zwischen den Blättern. Der Schwamm tupft Farbe und Lücken in einem Zug: Seine unregelmäßige Struktur lässt an manchen Stellen Farbe stehen, an anderen den Untergrund durchscheinen. Genau dieser Zufall macht Laub lebendig und räumlich.
Das Auge liest die Schwammtextur als Laub, weil die Wiederholung fehlt: Sobald sich eine Form mehrfach gleich wiederholt, wirkt ein Bild gestempelt. Echtes Laub ist reiner Zufall, und ein grobporiger Naturschwamm liefert diesen Zufall frei Haus, weil seine Poren in Größe, Tiefe und Abstand alle unterschiedlich sind. Synthetik-Schwämme aus dem Haushalt haben zu regelmäßige Löcher.
Mit dem Pinsel geht Laub auch - Profis tupfen es mit einem trockenen Borsten- oder Fächerpinsel an, das erfordert aber ein gutes Gefühl für Druck und Richtung. Den Pinsel brauchen Sie trotzdem, für Stamm, Äste und feine Details. Was für Laub gilt, gilt auch für Büsche, Sträucher, Moos, raue Felsoberflächen, ferne Wiesen oder lockere Wolken.
3. Material: Was Sie zum Bäume malen brauchen
Für Bäume in Acryl brauchen Sie wenig: einen grobporigen Naturschwamm fürs Laub, einen feinen Pinsel für Stamm und Äste, mindestens drei Grüntöne plus ein Braun, eine Mischpalette und ein altes Stück Papier zum Abtupfen. Das wichtigste Werkzeug ist ein echter Malschwamm aus Naturschwamm: Seine Poren sind unterschiedlich groß und liegen unregelmäßig - genau das tupft Laub, das lebendig aussieht statt gestempelt.
Naturschwamm für das Laub. Ein echter Naturschwamm mit grober, unregelmäßiger Porenstruktur ist das Herzstück. Ein mittelgroßer Schwamm lässt sich gut in der Hand halten; zum Reißen kleinerer Stücke können Sie ihn einfach teilen.
Feiner Pinsel für Stamm und Äste. Ein dünner Rundpinsel reicht für Stamm und die feinen Äste, die später durch das Laub blitzen. Für sehr feine Zweige eignet sich ein Liner- oder Schreibpinsel.
Drei bis vier Grüntöne. Mischen Sie ein dunkles Schattengrün, ein mittleres Volumengrün und ein helles Lichtgrün. Ein Tropfen Gelb hellt auf, ein Tropfen Blau oder Braun verdunkelt. Für den Stamm brauchen Sie ein warmes Braun und ein Grau.
Palette und Abtupf-Papier. Eine Mischpalette oder ein alter Teller genügt. Legen Sie ein Stück Schmierpapier bereit - dort tupfen Sie überschüssige Farbe ab, bevor Sie auf die Leinwand gehen.
Bereiten Sie den Schwamm vor: Teilen Sie ihn von Hand statt mit der Schere - die ausgefranste Reißkante tupft unregelmäßiger und natürlicher. Ein größeres Stück für Flächen, ein kleineres für Ränder und Hintergrundbäume. Vor dem ersten Tupfer anfeuchten und fast trocken drücken, sonst verlaufen die Lücken.
Bei den Farben kommen Sie mit wenigen Grundtönen weit: Gelb, Blau, Rot, dazu Weiß und ein dunkles Braun oder Schwarz. Fertige Grüntöne sehen pur oft künstlich aus - geben Sie ein paar Tropfen Gelb, Braun oder Blau hinzu. Günstige Studienfarben reichen zum Üben völlig. Wichtig: Acrylfarbe ist nach dem Trocknen wasserfest - waschen Sie Schwamm und Pinsel aus, solange die Farbe feucht ist.
4. Bevor Sie tupfen: Bildaufbau und Himmel zuerst
Malen Sie den Hintergrund - vor allem den Himmel - fertig und lassen Sie ihn antrocknen, bevor der Baum kommt. Setzen Sie den Baum nicht in die Bildmitte, sondern leicht versetzt auf eine der gedachten Drittellinien.
Himmel und Hintergrund zuerst. Legen Sie den Himmel flächig an und lassen Sie ihn antrocknen. Tupfen Sie das Laub erst auf den trockenen Hintergrund - sonst verlaufen die feinen Lücken in der noch feuchten Farbe darunter, und der Himmel verschmiert ins Grün.
Horizontlinie festlegen. Entscheiden Sie früh, wo der Boden anfängt. Eine tiefe Horizontlinie betont den Himmel und lässt den Baum groß wirken, eine hohe Linie zeigt mehr Landschaft. Setzen Sie die Linie nicht genau in die Bildmitte.
Baum auf eine Drittellinie setzen. Teilen Sie das Bild gedanklich in drei Spalten und drei Zeilen. Platzieren Sie den Stamm auf einer der senkrechten Drittellinien statt mittig - das wirkt sofort lebendiger und ausgewogener.
Lichtrichtung bestimmen. Legen Sie schon jetzt fest, woher die Sonne kommt. Diese Richtung gilt für den ganzen Baum und alle weiteren Bäume - sie bestimmt später, wohin die hellen Tupfer und der Schlagschatten gehören.
Der trockene Hintergrund ist Bedingung, denn Acrylfarbe verläuft nass in nass. Trocken nimmt er die Tupfer scharf an, und Sie können sogar etwas Himmelfarbe in die Kronenränder zurücktupfen, um Lücken zu betonen; ein dünn aufgetragener Himmel ist nach wenigen Minuten trocken. Zur Größe: Vermeiden Sie die Extreme - einen winzigen Baum in viel Leere oder einen, der das ganze Format ausfüllt. Für den ersten Übungsbaum ist eine mittlere Größe ideal.
5. Schritt 1: Stamm und Äste als Grundgerüst malen
Beginnen Sie mit Stamm und Hauptästen, bevor Sie die Krone tupfen. Malen Sie den Stamm nach oben hin schmaler und teilen Sie ihn in immer dünnere Äste auf - wie ein nach oben gestrecktes Y. Viele Anfänger starten mit der grünen Krone und setzen den Stamm hinterher, das wirkt oft aufgesetzt.
Stamm grob anlegen. Ziehen Sie mit dem feinen Pinsel und braunem Ton den Stamm von unten nach oben. Unten ist er am breitesten, nach oben wird er schmaler. Halten Sie ihn nicht kerzengerade - eine leichte Krümmung wirkt natürlicher.
Äste verzweigen. Lassen Sie aus dem Stamm Hauptäste abzweigen, diese wieder in dünnere Äste. Jeder Ast wird zur Spitze hin feiner. Denken Sie an ein Y, das sich immer weiter teilt.
Licht und Schatten am Stamm. Tupfen Sie auf eine Seite des Stamms etwas Grau oder dunkles Braun (Schattenseite), auf die andere einen helleren Ton (Lichtseite). Schon der Stamm bekommt so Rundung.
Antrocknen lassen. Lassen Sie das Gerüst kurz antrocknen, bevor Sie mit dem Schwamm darüber tupfen. Sonst verwischen die Äste.
Die meisten Äste verschwinden später unter dem Laub - das ist gewollt. Lassen Sie nur einzelne Äste an den Rändern oder in Lücken durch die Krone blitzen; sie verraten dem Auge, dass dort ein Baum mit echter Struktur steht und nicht nur ein grüner Ballon. Achten Sie auf Unregelmäßigkeit: Stamm etwas aus der Mitte versetzen, Äste unterschiedlich lang und in verschiedene Richtungen wachsen lassen, nie spiegelbildlich malen. Ein Knick im Stamm wirkt nicht wie ein Fehler, sondern wie Charakter.
6. Schritt 2: Die Baumkrone in drei Schichten tupfen
Die Krone entsteht in drei Schwamm-Schichten: zuerst das dunkle Schattengrün als Grundmasse, dann das mittlere Grün über den größten Teil, zuletzt wenige helle Tupfer auf die Sonnenseite. Arbeiten Sie mit dickflüssiger Farbe und leichtem Druck - so bleiben die feinen Lücken erhalten. Reißen Sie sich ein handliches Stück vom Naturschwamm ab, feuchten Sie es leicht an und drücken Sie es fast trocken.
Grundton: das Schattengrün. Tunken Sie den Schwamm in das dunkle Grün und tupfen Sie überschüssige Farbe auf dem Schmierpapier ab. Tupfen Sie nun die grobe Form der Krone - eher die unteren und inneren Bereiche, wo der Schatten sitzt. Lassen Sie bewusst Lücken, durch die später Äste und Himmel scheinen.
Volumen: das mittlere Grün. Wechseln Sie auf eine saubere Ecke des Schwamms und das mittlere Grün. Tupfen Sie über den größten Teil der Krone, aber lassen Sie die dunklen Schattenstellen teilweise stehen.
Licht: das helle Grün. Zum Schluss nur wenige, gezielte Tupfer mit dem hellsten Grün - ausschließlich auf der Sonnenseite (meist oben und außen). Weniger ist hier mehr: Zu viel Licht nimmt der Krone die Tiefe.
Kanten weich halten. Tupfen Sie an den Rändern der Krone leichter und unregelmäßiger, damit die Silhouette ausgefranst und natürlich wirkt - keine harte, runde Außenkante. Drehen Sie den Schwamm zwischen den Tupfern immer wieder in der Hand, dann wiederholt sich keine Form.
Denken Sie beim Tupfen in Blattbüscheln: Eine Krone besteht aus mehreren rundlichen Büscheln, die sich überlappen und an den Rändern Lücken lassen. Das verhindert die typische Ballonform.
7. Schritt 3: Licht, Schatten und Tiefe gezielt einsetzen
Tiefe entsteht durch eine klare Lichtrichtung: Legen Sie fest, woher die Sonne kommt, und setzen Sie alle hellen Tupfer auf diese Seite, alle dunklen auf die abgewandte. Eine Baumkrone ist eine Kugel aus Blättern - und eine Kugel hat Licht und Schatten. Der Schlüssel ist Konsequenz.
Für echte Tiefe arbeiten Sie mit Kontrast. Tupfen Sie nach den drei Grundschichten einen sehr dunklen Akzent in die inneren, unteren Bereiche der Krone, wo Äste sich überschneiden und kaum Licht hinkommt - diese dunklen Höhlen lassen die vorderen Blattbüschel nach vorne treten. Die Lichtpunkte gehören nur auf die Sonnenseite und nur auf die Spitzen der vordersten Büschel. Setzen Sie sie sparsam - gleichmäßig helles Grün über der ganzen Krone lässt den Baum wieder flach wirken.
Der Schatten gehört auch auf den Boden, sonst wirkt ein Baum, als würde er schweben. Tupfen oder ziehen Sie unter dem Baum eine flache, dunkle Schattenfläche in die Richtung, die der Lichteinfall vorgibt. Der Schatten ist dort am dunkelsten, wo er den Stamm berührt, und wird zum Rand hin weicher und heller. Schon dieser kleine Schritt verankert den Baum sichtbar im Boden.
8. Vom Einzelbaum zum Wald: Tiefe über mehrere Bäume
Einen Wald malen Sie über Tiefenstaffelung: Hintere Bäume klein, blass und kühl-bläulich, vordere groß, kräftig und detailliert. Ein Wald ist nicht einfach viele gleiche Bäume nebeneinander - das würde wie eine grüne Mauer aussehen. Der Trick ist die Luftperspektive.
Hintergrund zuerst. Tupfen Sie die hinterste Baumreihe mit einem hellen, leicht bläulich abgetönten Grün - als weiche, zusammenhängende Masse ohne Details. Sie soll verschwimmen, nicht ins Auge springen.
Mittlere Ebene. Die mittlere Reihe wird etwas dunkler, kräftiger und bekommt erste angedeutete Kronenformen. Hier dürfen einzelne Bäume sichtbar werden.
Vordergrund mit voller Technik. Die vordersten Bäume malen Sie mit dem kompletten Drei-Schichten-Verfahren: dunkler Grund, Volumen, Lichtpunkte, sichtbare Äste, klare Kontraste.
Boden und Übergänge. Tupfen Sie mit dem Schwamm etwas Laub und Unterholz am Boden, damit Bäume und Erde ineinander übergehen statt abrupt aufzuhören.
Damit die Bäume nicht alle gleich aussehen, variieren Sie bewusst Höhe, Breite und Abstand. Setzen Sie sie nicht in eine gerade Reihe und auf gleiche Größe, sondern mischen Sie hohe und niedrige, schmale und breite Kronen und lassen Sie manche sich überschneiden. Auch leichte Farbunterschiede helfen: ein Baum etwas gelblicher, der nächste etwas blauer. Eine ungerade Anzahl an Hauptbäumen wirkt für das Auge meist natürlicher als eine gerade.
9. Jahreszeiten und Stimmungen mit Farbe steuern
Die Technik bleibt gleich - nur die Farben wechseln mit der Jahreszeit. Tupfen Sie dabei immer in mehreren Tönen, nie einfarbig.
Frühling. Zarte Hell- und Maigrüntöne, dazwischen ein paar weiße oder rosa Tupfer für Blüten. Lassen Sie mehr Lücken als im Sommer - das junge Laub ist noch licht und durchscheinend.
Sommer. Satte, kräftige Grüntöne mit starkem Kontrast zwischen Schatten und Licht. Die Krone ist dicht, die Lücken kleiner.
Herbst. Hier glänzt der Schwamm: Tupfen Sie Gelb, Orange, Rot und Braun übereinander, ohne sie zu vermischen. Beginnen Sie mit den dunkelsten Tönen, enden Sie mit leuchtendem Gelb. Mischen Sie die warmen Töne nicht auf der Palette zusammen, sondern tupfen Sie sie einzeln nebeneinander - erst im Auge des Betrachters verschmelzen sie, und genau das macht echtes Herbstlaub so lebendig.
Winter. Kahle Äste mit dem feinen Pinsel, dann nur wenige weiße Schwamm-Tupfer für Schnee oder Raureif auf den Astoberseiten. Weniger ist hier entscheidend.
Über die Farbe steuern Sie nicht nur die Jahreszeit, sondern auch Tageszeit und Stimmung. Ein warmer Gelb- und Orangeton in den Lichtern lässt eine Szene nach Abendsonne aussehen, kühle Blau- und Grautöne nach diesigem Morgen. Wenn Sie den Lichtpunkten dieselbe Farbtemperatur geben wie Ihrem Himmel, wirkt das Bild stimmig - leuchtendes Gelbgrün passt zur Mittagssonne, ein gedämpftes Rosa-Orange zur Dämmerung.
10. Verschiedene Baumarten: Laubbaum, Tanne, Birke und Busch
Die Schwammtechnik passt sich jeder Baumart an - Sie ändern nur Form und Farbverteilung. Der Unterschied liegt allein in der Silhouette und in ein paar typischen Details.
Klassischer Laubbaum. Runde bis ovale, wolkige Krone aus mehreren Blattbüscheln. Das ist die Grundform, die Sie in diesem Tutorial gelernt haben - die Vorlage für fast alles andere.
Nadelbaum / Tanne. Schmale, hohe Form. Tupfen Sie von oben nach unten breiter werdende, leicht hängende Astebenen mit kleinen Lücken dazwischen. Dunkles Grün unter die Äste, helleres oben drauf. Ein kleineres Schwammstück hilft bei der schmalen Form.
Birke. Heller, fast weißer Stamm mit feinen dunklen Querstrichen, gemalt mit dem Pinsel. Die Krone ist licht und luftig - tupfen Sie sparsam mit vielen Lücken, damit der helle Himmel durchscheint.
Busch und Hecke. Wie eine Krone ohne sichtbaren Stamm: eine niedrige, breite Tupf-Masse direkt über dem Boden. Auch hier gilt dunkel nach hell, damit der Busch Volumen bekommt statt platt zu wirken.
Für Palmen, Obstbäume in Blüte oder mediterrane Zypressen ändern Sie nach demselben Prinzip nur Grundform und Farben - die Tupf-Logik aus dunkel, mittel und hell bleibt überall gleich. Es lohnt sich, vor einem größeren Bild kurz ein Foto der gewünschten Baumart anzuschauen.
11. Typische Fehler vermeiden und den Schwamm richtig pflegen
Wenn das Ergebnis noch nicht überzeugt, liegt es fast immer an einem dieser vier Punkte - und alle sind leicht zu beheben.
Zu viel Wasser. Die Farbe läuft, die feinen Lücken verschwimmen. Lösung: dickflüssige Farbe und Schwamm vorher fast trocken drücken.
Nur ein Grünton. Das Laub bleibt flach und langweilig. Lösung: immer mindestens drei abgestufte Töne von dunkel nach hell.
Zu viel Druck. Aus dem Tupfer wird ein voller Klecks ohne Struktur. Lösung: nur leicht aufsetzen, fast nur die Schwammspitzen berühren die Leinwand.
Gleichmäßiges Licht. Ohne klare Lichtseite wirkt die Krone wie eine flache Scheibe. Lösung: Lichtrichtung festlegen und konsequent einhalten.
Sieht Ihr Baum aus wie ein grüner Lutscher, hat das zwei Ursachen: eine zu perfekt runde Krone und zu wenig Kontrast. Brechen Sie zuerst die runde Form auf, indem Sie an den Rändern unregelmäßig Lücken eintupfen und einzelne Blattbüschel über die Silhouette hinausragen lassen. Dann erhöhen Sie den Kontrast: ein deutlich dunklerer Schatten in der unteren Kronenhälfte und ein paar gezielte helle Lichter oben.
Bei der Pflege zählt Tempo, weil Acrylfarbe schnell wasserfest wird: Waschen Sie den Naturschwamm sofort nach dem Malen unter lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist. Er bleibt dabei weich und ist nach dem Trocknen wieder einsatzbereit. Mehr zu Herkunft und Eigenschaften finden Sie im Naturschwamm-Ratgeber: Auswahl, Anwendung und Pflege. Und falls Sie sich fragen, was so ein Schwamm eigentlich ist: Ist ein Schwamm ein Tier? Wer stöbern möchte, findet weitere Sorten in unserer Naturschwamm-Auswahl und beim Honeycomb-Naturschwamm.
12. Mit Vorlage und Übung schneller besser werden
Der schnellste Lernweg: Üben Sie die drei Schichten zuerst auf einem Schmierblatt, arbeiten Sie nach einem echten Foto und mischen Sie alle Grüntöne vorab an. Niemand tupft den ersten Baum perfekt - aber die Lernkurve ist kurz, wenn Sie ein paar Gewohnheiten übernehmen.
Auf einem Probeblatt anfangen. Tupfen Sie die drei Schichten erst auf einem alten Stück Papier oder Karton. Sie sehen sofort, ob Ihre Farbe zu nass ist und wie viel Druck den richtigen Tupfer macht.
Nach einem echten Foto arbeiten. Legen Sie sich ein Foto des Baumes daneben. Achten Sie weniger auf einzelne Blätter als auf die Silhouette, die hellsten und die dunkelsten Stellen. Genau diese drei Werte tupfen Sie nach.
Farben vorher anmischen. Mischen Sie Schatten-, Volumen- und Lichtgrün fertig an, bevor Sie tupfen. Acryl trocknet schnell - wenn Sie mitten im Tupfen erst mischen müssen, ist die Farbe auf der Leinwand schon angetrocknet und die Übergänge werden hart.
Bewusst einen Übungsbaum einplanen. Sehen Sie Ihren ersten Baum eines Tages als Aufwärmen. Wer den Druck herausnimmt, tupft lockerer - und lockeres Tupfen sieht fast immer natürlicher aus als verkrampftes Setzen.
Die Schwammtechnik liefert schneller sichtbare Ergebnisse als die meisten Maltechniken. Statt einen großen Baum lange zu überarbeiten, bringt es mehr, mehrere kleine hintereinander zu tupfen. Und Acryl ist gnädig - ist ein Baum misslungen, lassen Sie ihn trocknen und tupfen Sie darüber.
13. Aus der Praxis von tom&pat
Aus unserer Erfahrung scheitert der erste Baum fast nie an der Technik, sondern an zu viel Wasser und zu wenig Mut zum Dunkel. Wir verkaufen Naturschwämme seit 2018, ursprünglich für Körperpflege und Haushalt; dass viele Kundinnen und Kunden sie zum Malen nutzen, haben wir erst über Rückmeldungen gelernt.
Eine Beobachtung kehrt immer wieder: Der häufigste Grund für Frust beim ersten Baum ist ein zu nasser Schwamm. Sobald zu viel Wasser im Spiel ist, verschmieren die feinen Poren-Lücken zu einem grünen Brei. Drücken Sie ihn deshalb stärker aus, als sich richtig anfühlt - und trauen Sie sich an einen wirklich dunklen Grundton heran, denn zu hell und zu zaghaft nimmt der Krone die Tiefe.
Und ganz wichtig, weil es uns selbst passiert ist: Waschen Sie den Schwamm wirklich sofort nach dem Malen aus. Acryl ist nach dem Trocknen wasserfest - ein einziges Mal vergessen, und das gute Stück ist hart. Wenn Sie loslegen möchten, ist unser Malschwamm (5er-Set, 18,95 €) genau dafür ausgewählt; aber ehrlich gesagt funktioniert die Technik mit jedem grobporigen echten Naturschwamm, den Sie schon zu Hause haben.
14. Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen – kurz und klar beantwortet.
Wie malt man Bäume in Acryl realistisch?
Realistische Bäume entstehen in Schichten: Zuerst legen Sie mit einem Schwamm einen dunklen Grundton für die Baumkrone an. Darüber tupfen Sie ein mittleres Grün, zuletzt setzen Sie wenige helle Lichtpunkte auf die Sonnenseite. Der Schwamm erzeugt dabei die kleinen Lücken zwischen den Blättern, die der Krone Tiefe geben. Wichtig ist, nicht flächig zu malen, sondern mit leichtem Druck zu tupfen.
Welcher Schwamm eignet sich zum Bäume malen?
Am besten geeignet ist ein echter Naturschwamm mit grober, unregelmäßiger Porenstruktur. Seine zufällige Oberfläche erzeugt natürlich aussehendes Laub, weil sich kein Muster wiederholt. Synthetik-Schwämme aus dem Haushalt haben oft zu gleichmäßige Poren und hinterlassen ein erkennbares, künstliches Stempelmuster.
Wie viele Farbschichten brauche ich für eine Baumkrone?
Drei Schichten reichen für überzeugendes Laub: ein dunkler Grundton für den Schatten, ein mittleres Grün für das Volumen und ein heller Ton für die Lichtseite. Wer mehr Tiefe will, kann zwischen den Schichten noch einen vierten, sehr dunklen Akzent in die Kronenmitte tupfen. Lassen Sie jede Schicht kurz antrocknen, bevor die nächste folgt.
Muss der Schwamm zum Malen nass oder trocken sein?
Für Laub arbeiten Sie am besten mit einem leicht feuchten bis trockenen Schwamm und eher dickflüssiger Farbe. Zu viel Wasser verwischt die feine Struktur, und die Lücken gehen verloren. Tupfen Sie überschüssige Farbe vor dem Malen kurz auf einem Stück Papier ab, dann sitzt jeder Tupfer sauber.
Kann ich denselben Schwamm für mehrere Farben nutzen?
Ja, aber wischen Sie ihn zwischen sehr unterschiedlichen Farben kurz an einem Tuch ab oder nutzen Sie verschiedene Ecken des Schwamms. Ein leichtes Vermischen der Grüntöne ist sogar erwünscht - es macht das Laub natürlicher. Nach dem Malen den Schwamm gründlich auswaschen, solange die Acrylfarbe noch nicht getrocknet ist.
15. Über tom&pat
Naturschwämme aus dem Mittelmeer und Aleppo-Seife gibt es bei tom&pat seit 2018. Die Malschwämme sind echte Naturschwämme, fein und unregelmäßig gewachsen, von Hand ausgewählt und in Köln verpackt. Für Baumkronen und Laub wählen wir bei tom&pat Schwämme mit feinporiger, unregelmäßiger Oberfläche aus. Patrick Lauff probiert neue Schwamm-Sorten vorab selbst in eigenen Mal-Versuchen aus, bevor sie ins Sortiment kommen.
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